Politik

Aktivisten blockieren ÖVP-Zentrale mitten in Wien

Aktivisten haben am Freitag die ÖVP-Zentrale in Wien blockiert. Sie fordern die sofortige Aufnahme von Flüchtlingen auf Afghanistan.

Rene Findenig
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    Aktivisten blockieren am Freitag die ÖVP-Zentrale mitten in Wien. Sie fordern die Aufnahme von Flüchtlingen aus Afghanistan.
    Aktivisten blockieren am Freitag die ÖVP-Zentrale mitten in Wien. Sie fordern die Aufnahme von Flüchtlingen aus Afghanistan.
    zVg

    Kurioses Bild in der Wiener Lichtenfelsgasse am Freitag: Plötzlich marschierten dort Menschen in roten Anzügen auf, legten sich in einer Linie vor der ÖVP-Zentrale auf den Boden und blieben dort regungslos liegen. Mitarbeiter und Besucher der ÖVP mussten beim Hinein- und Hinausgehen über die Blockade steigen. Wie "Heute" erfuhr, sollten die liegende Menschenlinie die "rote Linie" darstellen, die man beim Recht auf Schutz und das Leben nicht überschreiten dürfe.

    Zudem fanden sich auf den Anzügen der Aktivisten die Artikel der Europäischen Menschenrechtskonvention. "Ein stilles, eindrückliches Bild, welches symbolisch für den Umgang der ÖVP mit Menschenrechten steht", heißt es von der Aktivistengruppe. Die Polizei rückte schließlich an und löste die Aktion auf. "Anstatt zumindest akut bedrohte Menschen aus der Gefahrenzone zu evakuieren, beharrt die ÖVP weiterhin darauf, dass Afghanistan ein sicheres Land für Abschiebungen sei", so die AKtivisten.

    "Menschenrechte sind nicht verhandelbar"

    "Wir fordern die österreichische Regierung auf, die bedrohten Personen aus Kabul vor der auslaufenden Frist zu evakuieren. Menschenrechte sind nicht verhandelbar. Setzen wir eine rote Linie!", war als Motto bei der Aktion zu hören. "Die Situation in Afghanistan bedroht akut die Leben tausender Menschen. Besonders FLINTA*-Personen und Mitglieder der LGBTQIA+ community fürchten um weitere Einschnitte ihrer Rechte. Physische und emotionale Gewalt, der Ausschluss von Bildung, Berufsverbot, Einschränkung der persönlichen Meinungs- und Bewegungsfreiheit stehen mit Einzug der Taliban in Kabul an der Tagesordnung", so die Aktivistin Ava M.

    Jüngst hatte Außenminister Alexander Schallenberg das Nein zur Aufnahme afghanischer Flüchtlinge in Österreich bekräftigt. Auch Abschiebungen wolle man weiter durchführen, allerdings, wie Schallenberg auf Nachfrage gestand, in sichere Drittstaaten.