49 Lichtjahre von der Erde entfernt umkreist der Gesteinsplanet LHS 1140b seinen Stern in der sogenannten habitablen Zone - jenem Bereich, in dem es weder zu kalt noch zu heiß für flüssiges Wasser ist. Jetzt haben Forscher der Harvard University dort Sensationelles entdeckt: Der Planet besitzt eine Atmosphäre.
"Eine Atmosphäre ist essenziell, um Leben, wie wir es kennen, zu ermöglichen", erklärt Erstautor Collin Cherubim. Denn eine dichte Lufthülle schützt Lebewesen vor Strahlung aus dem All und könnte einen Wasserkreislauf ermöglichen.
Wie DER SPIEGEL unter Berufung auf das Fachmagazin Science berichtet, gelang der Nachweis mithilfe des 6,5 Meter großen Magellan-Teleskops in Chile. Bei Beobachtungen 2024 stießen die Wissenschaftler auf deutliche Spuren von Helium. Ein Jahr später war das Gas verschwunden - doch das ist laut den Forschern kein Widerspruch.
Demnach entweicht zeitweilig Helium aus der Atmosphäre des Planeten, ausgelöst durch hochenergetische Strahlung des Sterns. Die Berechnungen des Teams zeigen: Unterhalb einer aus Helium bestehenden Hochatmosphäre könnte sich eine dichte Hülle aus schwereren Gasen befinden - die auch Wasser enthalten könnte.
"Es ist das erste Mal, dass eine Atmosphäre bei einem Gesteinsplaneten in der habitablen Zone eines anderen Sterns gefunden wurde", betont Cherubim. Der 2017 entdeckte LHS 1140b ist etwa 1,7-mal so groß wie die Erde und umrundet seinen roten Zwergstern alle 24,7 Tage.
"Das ist ein außergewöhnliches Ergebnis, falls es sich bestätigt", sagt Astronom René Doyon von der Universität Montréal, der nicht an der Studie beteiligt war. "Das Signal ist definitiv da." Als Nächstes wollen die Forscher das James-Webb-Weltraumteleskop einsetzen, um einen tieferen Blick in die Atmosphäre zu werfen und dort möglicherweise Wasser nachzuweisen.