Seit rund 50 Jahren lauschen Astronomen mit riesigen Teleskopen ins All - in der Hoffnung, Radiowellen einer fremden Intelligenz aufzufangen. Bisher ohne Erfolg. Jetzt liefert eine Studie des amerikanischen SETI-Instituts eine mögliche Erklärung dafür.
Das Problem: Sterne schleudern regelmäßig riesige Mengen an Plasma ins All. Diese sogenannten koronalen Massenauswürfe und Sonnenwinde könnten Radiosignale so verzerren, dass sie auf der Erde kaum noch nachweisbar sind.
Wie Spiegel.de berichtet, haben Forscher bisher übersehen, dass Signale, die auf einer bestimmten Frequenz losgeschickt werden, auf der Erde möglicherweise "verschmiert" ankommen. Die Frequenzbänder der Radiowellen werden durch die Sternenaktivität verbreitert - und das macht die Detektion massiv schwieriger.
Besonders groß ist das Problem bei sogenannten Roten Zwergen. Diese kleinen, lichtschwachen Sterne verzerren mögliche Signale laut der Studie am stärksten. Das ist brisant, denn Rote Zwerge machen rund drei Viertel aller Sterne im Universum aus.
Studienautorin Grayce C. Brown vom SETI-Institut fordert deshalb ein Umdenken bei der Suche. Man könne die Strategie so wählen, dass sie "besser auf Signale abgestimmt ist, die tatsächlich auf der Erde ankommen, und nicht auf das, was losgeschickt wird", so Brown.
Die Erkenntnisse könnten die künftige Suche nach außerirdischem Leben grundlegend verändern. Statt nach schmalbandigen Signalen zu fahnden, müssten Astronomen ihre Methoden an die Realität im All anpassen.