"Montagnacht ist 'DIE Nacht'!"

Zweithöchste Warnstufe! Sonnensturm rast auf Erde zu

Ein sehr schneller Sonnensturm rauscht heran. Weltraum-Beobachter haben die zweithöchste Warnstufe ausgegeben. Kommen Polarlichter nach Österreich?
Newsdesk Heute
19.01.2026, 20:00
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Die Sonne faucht! Beobachtungssatelliten haben Sonntagabend eine sehr starke Eruption auf ihrer Oberfläche dokumentiert. Ihre enorme Röntgenstrahlung erreichte die Flare-Klasse X 1.9 mit einer Intensität von fast 200 Mikrowatt pro Quadratmeter. Dabei wurden auch Unmengen an Material von der Sonnenoberfläche in unsere Richtung geschleudert.

"Wow, ein ausgeprägter und schneller Sonnensturm ist auf Kurs Richtung Erde. Das hat Potenzial für einen schweren geomagnetischen Sturm", reagiert Meteorologe Nikolas Zimmermann auf den solaren Ausbruch.

Das LASCO_C2-Instrument an Bord des Sonnen-Observatoriums SOHO zeichnete die Eruption am 18. Jänner 2026 auf.
NASA/SOHO

Dass der koronale Massenauswurf (CME) unseren Planeten treffen wird, war gleich durch die Satelliten zwischen Erde und Sonne erkennbar.

"Sieht man am LASCO C2/C3 Instrument des SOHO-Satelliten einen CME der die Sonnenscheibe komplett umschließt, spricht man von einem sogennannten Full-Halo CME", erklärt der bayrische Arbeitskreis Meteore. Ein solcher ist nur dann zu sehen, wenn die Erde in der Trefferzone liegt.

"Montagnacht ist 'DIE Nacht'!"

Der Sonnensturm dürfte nach aktuellen Analysen sogar noch schneller sein, als ursprünglich angenommen.

Die Strahlung ist bereits da und ist so stark, dass Sonnensturm in dieser Kategorie (S4) bereits jetzt unter den Top10 rangiert. "Dies ist ein historisches Ereignis", meldet Aurora-Jäger Vincent Ledvina aus Alaska. Der letzte S4-Strahlungssturm ereignete sich am 29. Oktober 2003 vor den berüchtigten G5-Halloween-Stürmen.

Der große Aufprall wird nun früh in der Nacht auf Dienstag (20. Jänner) erwartet. "Es handelt sich um eine sehr schnelle CME, die Montagnacht starke geomagnetische Stürme mit in den mittleren Breitengraden sichtbaren Polarlichtern auslösen könnte", schreibt Ledvina weiter auf X. "Wir werden sehen, was passiert, aber Montagnacht ist 'DIE Nacht'!"

Das amerikanische Weltraumwetter-Vorhersagezentrum SWPC hat bereits eine Warnung der zweithöchsten Stufe G4 wegen des möglichen schweren geomagnetischen Sturms ausgegeben.

Das SWPC hat die zweithöchste Warnstufe (G4) ausgegeben.
SWPC

Polarlichter auch in Österreich?

Ein solcher könnte auch die Stromversorgung auf der Erde stören: "Weitreichende Probleme bei der Spannungsregelung", seien demnach zu erwarten. Einige Schutzsysteme könnten dadurch wichtige Anlagen fälschlicherweise aus dem Netz nehmen, was zu einem Ausfall der Versorgung führt.

Auch bei anderen Systemen wie der Satelliten-Navigation oder Niederfrequenz-Funk drohen Ausfälle. Dazu könnte es ein Nordlicht-Feuerwerk geben. Selbst bis runter zum 45. Breitengrad – Norditalien, und damit auch in Österreich – könnte das Himmelsspektakel sichtbar werden.

Wie stark die Störungen und auch die Polarlichter werden können, hängt letztlich von der Ausrichtung der Magnetfelder der Erde und des Sonnenmaterials ab. Das lässt sich das aber für die geladenen Sonnenteilchen erst bestimmen, wenn sie die Messsatelliten am Lagrange-Punkt 1 – knapp vor der Erde – erreichen.

Wenn die G4-Bedingungen eintreten, wird erwartet, dass sich die Aurora-Aktivität deutlich in Richtung Äquator ausbreitet.

{title && {title} } red, {title && {title} } 19.01.2026, 20:00
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