"Alle Balkan-Familien sind wie die von Djokovic"

Könnte auch meine Familie sein...sagt "Balkan-Blog"-Erfinder und "Heute"-Redakteur David Slomo.
Könnte auch meine Familie sein...sagt "Balkan-Blog"-Erfinder und "Heute"-Redakteur David Slomo.picturedesk, privat
Gerade schaut die ganze Welt abwechselnd nach Australien und Serbien um das Drama des Tennis-Stars mitzuerleben. Für mich ist da aber nichts spannend. 

Darf er denn nun in Australien bleiben oder nicht? Das fragt sich gerade gefühlt jeder Mensch auf diesem Planeten. Dabei weiß die Hälfte wahrscheinlich nicht einmal, wer dieser Herr Djokovicüberhaupt ist und was er so macht. Aber immerhin geht es ja um ein Thema, mit dem wir uns alle gerne befassen. Genau: Ausländische Familien!

Denn seitdem Papa, Mama und Bruder Djokovic vor die Kameras traten, wurde aus dem Problem eine Telenovela. Die Familie hat nämlich alles, was so eine gute Soap-Opera zu bieten hat: Einen wütenden, machthaberischen Hausherren. Die besorgte Mutter, der es nur um das Wohl ihres Kindes geht. Und eben einen Bruder, der im Schatten des Superstars steht, aber einfach auch mitreden möchte. Oder zumindest will er dabei sein. Reicht ja, manchmal. Aja, und irgendein Onkel ist auch immer dabei, aber niemand weiß so richtig, in welchem Verhältnis er genau zu der Familie steht. Auf jeden Fall wird immer gesungen. Ganz wichtig!!!

Eine schrecklich normale Familie

Alle Jugos merken wahrscheinlich schon, worauf es hinausläuft. Denn genau dieses Bild findet sich bei jeder Familienfeier von Balkanern wieder. In Wahrheit ist es einfach eine 0815-Familie aus dem ehemaligen Jugoslawien. Vor den Kameras wird euphorisch gesungen, dabei vielleicht sogar eine Träne verdrückt, wenn man an den Sohn denkt, der unzählige Kilometer von einem entfernt ist. Wenn die Party vorbei ist, gibt es dann zu Hause ordentlich Ärger. Würde mich nicht wundern, wenn "Nole" im Hintergrund mit ein bisschen "Batina" (zu deutsch: Watschen) gedroht wurde. Einfach so. Weil er eben die Familie so bloß stellt. Die Jugos wissen sicher wovon ich rede.

Für Außenstehende mag dieses Bild völlig skurril erscheinen. Ich muss dafür einfach nur alte Fotos und VHS-Aufnahmen durchschauen und finde diese Momente unzählige Male. Glück für meine Familie (und für euch alle), dass ich nicht der erfolgreichste Tennisspieler der Welt bin. Ich glaube, dass meine Mama sogar noch ärgere Aussagen auf Lager hätte als nur diesen Jesus-Vergleich...

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