In der Formel 1 kommt es ab 2027 zu einer ungewöhnlichen Änderung. Die Grand-Prix-Rennen sollen kürzer werden. Darauf haben sich die elf Teams am Rande des Rennwochenendes in Monza geeinigt. Hintergrund sind ausgerechnet die neuen Motoren-Regeln.
Statt der bisher üblichen rund 305 Kilometer sollen die Rennen künftig nur noch über 290 Kilometer ausgetragen werden. Je nach Strecke fallen dadurch etwa zwei bis drei Rennrunden weg. Monaco bleibt als ohnehin kürzerer Grand Prix von der Änderung ausgenommen. "The Race" und "Autoracer" berichteten über die Verkürzung der Rennen jedenfalls übereinstimmend.
Grund für die Maßnahme sind Anpassungen am Motoren-Reglement. 2027 wird das Benzin-Durchfluss-Limit um fünf Prozent angehoben, wodurch auch der Spritverbrauch steigt. Die Tanks der aktuellen Boliden sind allerdings zu klein, um die bisherige Renndistanz unter den neuen Bedingungen problemlos zu bewältigen.
Größere Tanks würden umfangreiche Änderungen an den Chassis notwendig machen. Weil die Motoren-Anpassungen erst spät beschlossen wurden, wäre das für die Teams mit enormem Aufwand und zusätzlichen Kosten verbunden. Die einfachere Lösung: Die Renndistanz wird reduziert.
Zunächst war auch darüber diskutiert worden, nur bestimmte Grands Prix zu verkürzen. Die Teams verständigten sich jedoch auf eine einheitliche Distanz von 290 Kilometern. Damit sollen unterschiedliche Regeln und extreme Spritspar-Taktiken verhindert werden.
Ganz durch ist die Änderung noch nicht. Die F1-Kommission und anschließend der Motorsport-Weltrat müssen zustimmen. Weil alle elf Teams hinter dem Vorschlag stehen, gilt das aber als Formsache. Vorerst soll die Verkürzung nur 2027 gelten. Danach könnte die Formel 1 wieder zu den bisherigen 305 Kilometern zurückkehren.