59 Punkte Vorsprung hat Antonelli in der laufenden Saison herausgefahren. Der erst 20-Jährige liegt damit mehr als zwei Rennsiege vor seinen härtesten Verfolgern: Teamkollege George Russell und Ferrari-Superstar Lewis Hamilton. Damit ist klar, dass Antonelli auch am Sonntag deutlich der WM-Führende bleibt.
Dieses Punktepolster kann der Mercedes-Star auch gut brauchen. Denn auf Antonelli wartet wohl ein besonders harter Grand Prix von Monza (Sonntag, 15 Uhr). Der Grund: Antonelli erhält eine Startplatz-Strafe. Im Boliden des Italieners wird nämlich der fünfte Motor im Saisonverlauf eingebaut, es sind allerdings nur vier Antriebe erlaubt. Deshalb wird der Italiener nach dem Qualifying weit nach hinten versetzt. Wie weit, das wird sich erst zeigen, wenn klar ist, welche Komponenten tatsächlich getauscht werden. Von einer Strafversetzung von zehn Plätzen bis zu einem Platz am Ende des Feldes ist alles möglich. Es braucht jedenfalls eine Aufholjagd.
Für den jungen Formel-1-Star gibt es derweil aber auch einen zweiten Nackenschlag. Denn wie mehrere Medien übereinstimmend berichten, enthält der neue Antonelli-Motor kein Leistungsupdate. Zur Erinnerung: Die neuen Formel-1-Regeln haben das sogenannte ADUO-System vorgesehen, das den Red-Bull-Verbrennungsmotor als besten Antrieb im Feld bestimmt hat. Alle anderen Motorenbauer erhielten deshalb die Möglichkeit zur Weiterentwicklung. Dieser neue, überarbeitete Antrieb wird bei den "Silberpfeilen" allerdings erst für die Rennen in Austin oder Mexiko Ende Oktober zur Verfügung stehen.
Für Antonelli gibt es damit kein PS-Plus. Das heißt aber auch, dass im weiteren Saisonverlauf noch ein weiterer Motorentausch bei Antonelli – und wohl auch seinem Teamkollegen Russell – anstehen wird, jeweils verbunden mit einer weiteren Strafversetzung. Dann aber freilich mit der neuesten Motoren-Ausbaustufe.
Den Grand Prix von Italien hat Mercedes wohl ausgewählt, weil der Hochgeschwindigkeitskurs im Königlichen Park von Monza leichtere Überholmanöver zulässt. Die wird es auf dem Weg in die Punkte wohl auch brauchen. Dass es sich dabei um Antonellis Heimrennen handelt, ist jedoch bitter für den 20-Jährigen.