Garten-Trend

Alle wollen diesen Baum – Experten warnen

Er wächst schneller als Bambus und blüht violett. Doch der gehypte Paulownia-Baum hat auch seine Schattenseiten.
Heute Life
11.03.2026, 10:41
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Im Netz wird er als "Wunderbaum" gefeiert, in Gartencentern nimmt er immer mehr Platz ein: Der Paulownia, auch Blauglockenbaum oder Kaiserbaum genannt, sorgt derzeit für einen echten Hype unter Hobbygärtnern. Sein Versprechen klingt verlockend: extrem schnelles Wachstum, rascher Schatten und eine beeindruckende violette Blüte im Frühling.

Der aus China stammende Baum legt unter guten Bedingungen in den ersten Jahren bis zu zwei Meter pro Jahr zu. In Österreich kann man mit rund eineinhalb Metern jährlich rechnen. Durch seine großen Blätter entsteht rasch eine dichte Krone, die vor allem in hitzebelasteten Gärten willkommen ist. Dazu gilt er als relativ frosthart und verträgt Temperaturen bis zu minus 20 Grad. Im Unterschied zu Bambus breitet er sich nicht über unterirdische Ausläufer aus.

Wie chip.de berichtet, kursieren rund um den Paulownia zahlreiche Versprechen: schnelle CO2-Bindung, Hitzeresistenz und positive Auswirkungen auf die Artenvielfalt. Fachlich betrachtet lohnt es sich aber, genauer hinzusehen. Auch heimische Schnellwachser wie Pappeln oder Weiden binden ähnlich viel Kohlenstoff. Für die Biodiversität ist ein Mix aus heimischen Bäumen meist wertvoller als eine Fokussierung auf Trendbäume.

Diese Risiken solltest du kennen

Der Blauglockenbaum hat nämlich auch klare Schattenseiten. Die Art Paulownia tomentosa produziert sehr viele leichte Samen, die der Wind über weite Strecken verteilt. Das Bundesamt für Naturschutz führt ihn als Neophyt und potenziell invasive Art. Die Wurzeln können bei zu geringem Abstand zu Terrassen oder Mauern Hebungen verursachen. Durch das rasche Wachstum werden Äste bruchanfällig, wenn man den Baum nicht regelmäßig kontrolliert. Teile des Baumes sind zudem leicht giftig – besonders bei Kindern und Haustieren ist Vorsicht geboten.

So pflanzt du richtig

Wer sich trotzdem einen Paulownia in den Garten holen will, sollte ein paar Dinge beachten: Der Baum braucht volle Sonne und einen tiefgründigen, durchlässigen Boden. Direkt neben Häusern oder Terrassen ist er ungeeignet; eine Wurzelsperre ist empfehlenswert. In der Baumschule kann man nach Hybrid-Sorten wie "Shan Tong" fragen, die deutlich weniger versamen.

Umweltverbände empfehlen, bei Neupflanzungen immer auch an heimische Arten wie Feldahorn, Linde oder Hainbuche zu denken. Der Paulownia kann ein interessanter Zusatzbaum in einem größeren Garten sein – ein reiner Wunderbaum ist er allerdings nicht.

{title && {title} } red, {title && {title} } Akt. 11.03.2026, 10:50, 11.03.2026, 10:41
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