"Dringend gesucht: Weide oder Alpplatz für Rinder. Unsere Weiden sind wegen der Trockenheit leider komplett ausgetrocknet." Mit diesem Aufruf meldet sich derzeit ein Bauer aus dem Baselbiet in den sozialen Medien. Wie 20 Minuten berichtet, sorgt sein Hilferuf für große Anteilnahme – denn die anhaltende Hitze und der fehlende Regen haben seine Flächen völlig zerstört.
"Hier hat es nichts mehr Grünes. Das Baselbiet hat es am schlimmsten getroffen", schildert der Bauer gegenüber 20 Minuten seine Lage. Hoffnung auf schnelle Besserung hat er nicht: "Ich gehe nicht davon aus, dass es in den nächsten fünf Wochen besser wird. Selbst wenn es regnet, dauert es noch eine Weile, bis das Gras wieder wächst."
Mit trockenen Sommern können die Bauern zwar grundsätzlich umgehen, sagt er. "Aber so schlimm wie dieses Jahr haben wir es schon lange nicht mehr erlebt."
Ein Teil seiner Tiere musste bereits in den Stall. Die restlichen Rinder hat der Landwirt auf größere Flächen verteilt, damit das wenige verbliebene Futter noch etwas reicht. Zusätzlich kauft er Futter zu: "Das geht ins Geld. Auch im Ausland ist kaum Futter vorhanden, weil dort dieselben Probleme herrschen."
Wenn die Trockenheit weiter anhält, muss der Bauer zu drastischen Maßnahmen greifen: "Womöglich muss ich die Anzahl Tiere reduzieren. Das heißt aber nicht, dass gesunde Tiere geschlachtet werden. Die Tiere, die ohnehin geschlachtet würden, kämen einfach zwei Monate früher dran."
Sein Hilferuf blieb zum Glück nicht ohne Antwort: Mehrere Bauern haben sich über Facebook gemeldet und ihm freie Weideflächen angeboten. Schon nächste Woche könnten seine Rinder ins Berner Oberland gebracht werden. "Dort ist es zwar ebenfalls trocken, aber etwas weniger schlimm als bei uns."
Besonders gerührt zeigt sich der Bauer über die Solidarität unter den Landwirten: "Es ist schön zu sehen, wie sich die Bauern gegenseitig helfen."
Unter dem Facebook-Posting berichten viele andere Bauern von ähnlichen Sorgen. "Das dürfte dieses Jahr allgemein schwierig werden. Es ist fast überall sehr trocken, und auf einigen Alpen mussten die Tiere bereits früher ins Tal zurückgebracht werden", schreibt ein Nutzer.
Ein anderer meint: "Dieses Jahr geht es fast allen gleich. Nur einige Bündner Alpen stehen etwas besser da." Und wieder ein anderer berichtet: "Auch im Flachland füttern wir unseren Schafen auf der Weide bereits zusätzlich Heu. Es wird schwierig, überhaupt noch grüne Weiden zu finden."