Am Donnerstag wurde die spanische Exklave Ceuta Schauplatz eines unglaublichen Migranten-Ansturms. Das Gebiet liegt eigentlich an der Grenze zu Marokko in Afrika, gehört aber zum europäischen Land und auch zur EU.
Laut einem Bericht der spanischen Zeitung "El Pais" überquerten Tausende Flüchtlinge die Grenze von Marokko nach Ceuta. Dafür gingen die Männer, Frauen und Kinder auf der marokkanischen Seite ins Meer und schwammen an Land. Dabei stellten die Wellen und die von Felsen umringte Küste eine Gefahr dar.
Als die Migranten das Festland erreichten, küssten sie den Sand und skandierten "Es lebe Spanien". Danach strömten sie auf die nicht abgesperrte Straße. Angesichts der Masse waren die Beamten der Guardia Civil laut dem Bericht überfordert. Sie ließen die Menschen die Grenze passieren.
Bereits in den vergangenen Tagen erreichten rund 1.500 Menschen aus Marokko die spanische Exklave. Diese Zahl soll am Donnerstag nun übertroffen worden sein. Anfangs konnten die Behörden einzelne Migranten noch in Aufnahmezentren bringen, manche von ihnen ergriffen jedoch die Flucht.
Das Bild am Strand soll chaotisch sein. Überall würden Schwimmhilfen, Flossen und Neoprenanzüge herumliegen. Die Guardia Civil und die Rettungsdienste können sich nur um die Verletzten kümmern. Dabei stellt die Sprachbarriere aber ein Hindernis dar.
Der Präsident der spanischen Exklave, Juan Jesús Vivas, forderte die Regierung auf, den nationalen Notstand auszurufen. Für die Stadt sei die Belastung enorm. Aktuell kümmere man sich um 40 bis 50 Neuankömmlinge pro Nacht. Auch Leichen wurden wieder aus dem Wasser geborgen.
Es wird vermutet, dass der Zustrom durch ein Urteil des Obersten Gerichtshofs ausgelöst wurde, wonach eine sofortige Rückführung der Migranten, die das Gebiet übers Wasser erreichen, verhindert wird. Nur Menschen, die Grenzbarrieren wie Zäune überwinden, dürfen zurückgewiesen werden.