Anfang des Monats wurde verkündet, wie die ersten Öffnungsschritte für die Wirte aussehen sollen. Ab 27. März darf aufgesperrt werden, allerdings nur im Freien, Gäste brauchen einen negativen Test. Nur Vorarlberg sperrt schon am 15. März auf – mehr hier.
Wie bereiten sich die Wirte in OÖ darauf vor. Das wollten wir von Thomas Mayr-Stockinger wissen. Er ist selbst Gastronom, hat ein Gasthaus, Hotels. Sein Fazit nach einer Woche: "Es wird immer klarer, dass das so unmöglich wird", sagt er.
Niemand wisse, ob man mit der Kurzarbeit aufhören soll, wie man das Personal planen soll. Denn: Keiner weiß, wie das Wetter werden wird. "Jetzt Mitarbeiter einzustellen, das wär finanzieller Selbstmord", so Mayr-Stockinger.
"Das ist ja alles nicht durchdacht. Wenn es draußen 15 Grad hat, dann geht ein schneller Espresso vielleicht. Aber ein längeres Essen? Und wie soll das alles mit den Tests funktionieren?"
Er kritisiert die Test-Strategie der Regierung. "Man sieht ja, dass die Zahlen nicht nach unten gehen".
Beim Thema Impfen wird der Wirte-Chef dann hörbar sauer. "Das alles geht viel zu langsam. Ich verstehe nicht, warum man beispielsweise am Sonntag weniger impft als an anderen Tagen. Wir haben eine Pandemie!"
Es sei unverständlich, warum man nicht sofort, als der Impfstoff da war, geimpft habe. Mit Blick auf andere Länder wie Israel oder die USA, die schon große Teile der Bevölkerung geimpft haben, sagt er: "Ja, warum ist Österreich hier nirgends im Spitzenfeld?"
Die Gastronomie dürfe jetzt jedenfalls nicht zum "Prügelknaben" werden, so Mayr-Stockinger. Die Wirte würden jetzt wieder mit Heizstrahlern aufrüsten müssen. "Und die werden dann wahrscheinlich bald aus Umweltschutzgründen wieder verboten", fürchtet er.
Es sei völlig unverständlich, warum die Gäste nicht in die Innenräume dürfen. "Es gibt sehr gute Lüftungssysteme".
Der Wirte-Sprecher befürchtet, dass sich noch mehr in den privaten Bereich, der unkontrolliert ist, verlagern wird. "Und dort gibt es keine Lüftungen, Abstände und Maskenpflicht".
Dass das tatsächlich ein immer größeres Problem ist, zeigt der jüngste Fall aus OÖ, bei dem eine Techno-Party aufgelöst wurde.
Mayr-Stockinger hat in die Entscheidungen der Politik derzeit jedenfalls nicht allzu viel vertrauen. "Die Politik weiß ja gar nicht mehr, was sie tut".
Er plädiert ein Jahr nach der Pandemie für mehr Eigenverantwortung der Risikogruppen und eine Öffnung für die restliche Bevölkerung.