Oberösterreich rückt immer stärker in den Fokus großer US-Konzerne. Während am Donnerstag ein Google-Rechenzentrum in Kronstorf präsentiert wird, könnte schon das nächste Mega-Projekt folgen: Amazon zeigt laut Recherchen der Oberösterreichischen Nachrichten (OÖN) Interesse an einer Ansiedlung im Innviertel.
Konkret geht es um Reichersberg nahe der Grenze zu Bayern. Dort soll ein Werk entstehen, das deutlich mehr kann, als nur Pakete verteilen. Geplant sind demnach auch hochautomatisierte Arbeitsplätze im Bereich Forschung und Entwicklung.
Hinter vorgehaltener Hand ist von einer Investition um rund 500 Millionen Euro die Rede. Bis zu 1.500 Arbeitsplätze könnten geschaffen werden. Offiziell bestätigen will das laut OÖN aktuell niemand. Die Amazon-Pressestelle reagierte nicht auf eine Anfrage, auch der Bürgermeister äußerte sich nicht.
Vonseiten der "Wirtschaftspark Reichersberg GmbH" heißt es lediglich: "Wir bestätigen Verhandlungen mit einem großen Spieler, die sich in der Anfangsphase befinden." Namen werden nicht genannt. Klar ist aber: Flächen und Widmungen sollen bereits vorhanden sein, so die OÖN.
Der Standort hätte für Amazon mehrere Vorteile. Reichersberg liegt direkt an der Innkreis-Autobahn A8, die Nähe zu Deutschland macht die Region besonders attraktiv für Logistik und Industrie. Große Betriebe sind bereits vor Ort, etwa der Luftfahrtzulieferer FACC mit zwei Werken.
Für Amazon wäre es der achte Standort in Österreich. Seit 2016 betreibt der Konzern eigene Standorte im Land, insgesamt wurden laut Unternehmensangaben bereits rund 715 Millionen Euro investiert. Tausende Jobs entstanden in Zusammenarbeit mit lokalen Partnern.
Amazon ist in Österreich übrigens schon lange präsent: Bereits 1998 war der Onlinehändler hier aktiv. Das erste Paket ging vor 28 Jahren an einen Kunden - darin lag das Buch "Die Bildhauerin".