Deutschland

Amokfahrer von Leipzig kündigte Tat in Chatnachricht an

Der mutmaßliche Amokfahrer von Leipzig hatte seine Tat laut Polizei angekündigt. Hinweise auf Versäumnisse der Behörden gibt es bisher nicht.
Newsdesk Heute
07.05.2026, 20:01
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Der mutmaßliche Amokfahrer von Leipzig hat seine schreckliche Tat offenbar schon im April angekündigt. Wie die "Zeit" berichtet, schrieb der 33-jährige Jeffrey K. damals in einer Chatnachricht an seine Frau: "lange kein Auto mehr in eine Menschenmenge gefahren". Ein Sprecher der Leipziger Polizei bestätigte auf Anfrage, dass diese Nachricht seiner Dienststelle vorliegt – allerdings erst "am Abend des Tatgeschehens". Die Nachricht sei im Zuge der Ermittlungen nach der Amokfahrt entdeckt worden.

Schon vor der Tat waren Jeffrey K. und seine Ehefrau getrennt. Nach Recherchen der "Zeit" hat sie sich offenbar bereits im März an das Jugendamt gewandt. Im April zeigte sie ihren Ehemann mehrmals an – wegen Bedrohung, Verleumdung und Beleidigung. Mindestens einmal soll Jeffrey K. auch gedroht haben, andere Familienmitglieder zu töten. Laut mehreren, mit den Ermittlungen vertrauten Personen, soll er an einer Psychose leiden und selbst davon gesprochen haben, wahnhafte Stimmen zu hören.

Nachdem er die Chatnachricht verschickt hatte, ließ sich Jeffrey K. am 17. April freiwillig in ein psychiatrisches Krankenhaus einweisen. Am 29. April verließ er die Klinik wieder. Noch am selben Abend kam es laut "Zeit" zu einem weiteren Polizeieinsatz bei seiner Ehefrau und dem gemeinsamen Kind. Auch das wurde von der Leipziger Polizei bestätigt.

Weitere Maßnahmen gab es bis zur Tat am Montagabend aber offenbar nicht – abgesehen von einem Hinweis an das Gesundheitsamt. Die Polizei will den "ganzen Einsatzverlauf" aufarbeiten, so der Sprecher, bisher gebe es aber keine Hinweise auf Fehler.

Am Montagnachmittag raste der in Leipzig wohnende Mann mit einem Auto durch die belebte Fußgängerzone in der Innenstadt. Dabei wurden mehrere Menschen erfasst. Eine 63-jährige Frau und ein 77-jähriger Mann starben. Sechs weitere Personen im Alter von 21 bis 87 Jahren wurden verletzt, zwei davon schwer – ein 75-jähriger Mann und eine 84-jährige Frau. Alle sind mittlerweile außer Lebensgefahr.

Das Motiv des Mannes bleibt weiter unklar. Die Ermittler fanden keine Hinweise auf einen politischen oder religiösen Hintergrund. Der Beschuldigte wurde mittlerweile wieder in ein psychiatrisches Krankenhaus gebracht.

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