Ghana rührte Beton an, England hatte keine Ideen. Beiden reichte der Punkt nach den jeweiligen Auftaktsiegen in Gruppe L für das Sechzehntelfinal-Ticket. Sportlich scheint die Geschichte des über lange Strecken ermüdenden Auftritts der "Three Lions" nach dem spektakulären 4:2 zum Auftakt gegen Kroatien schnell erzählt zu sein.
Doch nach kaum einem WM-Gruppenspiel gingen bisher im Netz die Wogen so hoch wie nach dem torlosen Remis. Der Grund? Ein recht plumpes Elfmeterfoul von Englands Ezri Konsa an Prince Adu blieb ohne Konsequenzen. Eine mögliche Rote Karte gegen Real-Star Jude Bellingham wegen der verbotenen Hand vor dem Mund gab es ebenso nicht.
"Der VAR war auf Urlaub oder ging auf einen Kaffee", schüttelte Ghana-Teamchef Carlos Queiroz nach Abpfiff den Kopf. Und war damit nicht alleine.
Nicht nur im Netz verbreitete sich die Szene vom ungeahndeten Foulspiel im Sechzehner schnell. Selbst britische Experten, wie etwa im Podcast "Tifo", können sich nicht erklären, wie das Tackling, bei dem Konsa von hinten in seinen Gegenspieler hineinspringt, keinen Elfmeter nach sich zog. Auch in der BBC-Analyse steht für Schiri-Experte Darren Cann schnell fest: "Er hebt ab, er spielt nur den Körper, für mich ist das ein Elfmeter."
Der zweite Aufreger: Bellingham hielt sich in einer hitzigen Diskussion mit Gegenspieler Jordan Ayew die Hand vor den Mund. In den neuen WM-Regeln ist das klar mit einer Rote Karte zu ahnden. Paraguays Miguel Almiron bekam das im ersten Gruppenspiel zu spüren, flog mit Glattrot vom Platz. Real-Profi Bellingham durfte weiterspielen.