Sie wirken fast unscheinbar, haben es aber in sich: Wien setzt bei der Parkraumüberwachung künftig auf sogenannte "Scan Cars". Die Fahrzeuge sind mit vier Kameras und spezieller Software ausgestattet und sollen Parksünder künftig schneller erkennen.
Nun haben einige Wiener die Befürchtung, dass die Fahrzeuge, die derzeit auf den Straßen unterwegs sind, bereits "scharf" sind und digitale Strafen ausstellen. "Heute" hat bei der Parkraumüberwachung (MA 67) genauer nachgefragt.
Wie funktioniert das System? Während der Fahrt erfassen Sensoren automatisch die Kennzeichen parkender Fahrzeuge. Die Software überprüft in Echtzeit, ob ein gültiger digitaler Parknachweis – etwa ein elektronischer Parkschein oder ein Parkpickerl – vorhanden ist.
Autos mit gültiger Berechtigung werden am Bildschirm grün markiert, mögliche Parksünder leuchten rot auf. Ganz automatisch werden Strafen aber nicht verteilt: Im nächsten Schritt kontrolliert ein Parksheriff noch vor Ort, ob etwa ein Papierparkschein oder eine Ausnahmegenehmigung sichtbar ist.
Mit den Scan Cars betritt Wien österreichweit Neuland. Seit Anfang des Jahres sind insgesamt vier Fahrzeuge testweise in der Stadt unterwegs. Im Sommer folgt eine zweite Testphase. Bis dato verläuft laut MA 67 alles nach Plan und "wie erwartet".
Der Pilotbetrieb beginnt dann im Herbst – dann sollen bereits erste Kontrollen durchgeführt werden. Regulär unterwegs sind die Fahrzeuge aber erst ab Ende 2026. Bis dahin wird das System verfeinert und an die örtlichen Gegebenheiten der Wiener Gassen angepasst.
1,146 Millionen Euro investiert die Stadt Wien in das Projekt. Zusätzlich kostet jedes Fahrzeug rund 40.000 Euro. Ein Großteil der Kosten entfällt auf die speziell entwickelte Software der österreichischen Firma CPB.
"Wir haben eine Erkennungsquote von über 97 Prozent", erklärt Martin Schanda, Geschäftsführer der CPB Österreich. Nicht erkannte Kennzeichen würden markiert und von Mitarbeitern überprüft. "Es ist kein automatisches Strafenausstellen geplant. Die Organe der Parkraumüberwachung sollen einfach effizienter arbeiten können", so Schanda.
Derzeit sind täglich rund 650 Mitarbeiter der Parkraumüberwachung in Wien unterwegs. Die vier Scan Cars sollen künftig vor allem in den weitläufigen Bezirken 10, 11, 13, 14, 15, 16, 17, 18, 19 sowie 21, 22, 23 unterstützen.
Mit dem Einsatz der Scan Cars möchte man den Mitarbeitern rund 15 Kilometer Fußmarsch pro Tag ersparen. Laut MA67-Leiterin Michelle Krumpschmid seien durch die neuen Fahrzeuge keine Personaleinsparungen geplant. Mitarbeiter sollen stattdessen verstärkt in stark frequentierten Gebieten eingesetzt werden.