Anonyme Entbindung senkte Kindestötungen

Eine ehemals neue gesetzliche Regelung und ihre positiven Folgen: Die Einführung der Möglichkeit der anonymen Entbindung in Österreich im Jahr 2001 hat zu einer starken Senkung - mehr als Halbierung - der Rate der Kindestötungen innerhalb der ersten 24 Stunden nach der Entbindung geführt.
Die Einführung der Möglichkeit der anonymen Entbindung in Österreich im Jahr 2001 hat zu einer starken Senkung - mehr als Halbierung - der Rate der Kindestötungen innerhalb der ersten 24 Stunden nach der Entbindung geführt.

Die Tötung eines Neugeborenen ist zumeist die Folge einer unerwünschten Schwangerschaft und einer Verdrängung der Schwangerschaft. Sie lässt sich schwer verhindern, weil die späteren Täterinnen ja zumeist dazu tendieren, dem Gesundheitswesen und seinen Angeboten auszuweichen.

Die Wissenschafter verglichen in der Studie die Häufigkeit der Tötung von Säuglingen in Österreich in den Jahren 1991 bis 2001 mit jener im Zeitraum 2002 bis 2009. Im Jahr 2001 ist in Österreich auf gesetzlicher Basis die Möglichkeit geschaffen worden, dass Frauen "anonym" und auch kostenfrei im Spital entbinden können.

Die Resultate der Studie zeigten eine Reduktion der Neugeborenen-Tötungen in Österreich um mehr als die Hälfte im Vergleich vor und nach der neuen gesetzlichen Regelungen.

Die anonyme Entbindung ist in Österreich jedenfalls viel häufiger als das Benutzen von "Baby-Klappen": Es kommt pro Jahr zu 30 bis 40 anonymen Entbindungen. Hingegen werden jedes Jahr in Österreich nur zwei bis drei Neugeborene hinterlegt.
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