Anschober schlägt wegen zu hoher Corona-Zahlen Alarm

Gesundheitsminister Anschober: "Die aktuelle Corona-Lage ist besorgniserregend"
Gesundheitsminister Anschober: "Die aktuelle Corona-Lage ist besorgniserregend"apa/picturedesk ("Heute"-Montage)
Die rasche Ausbreitung der Mutationen verschärft das Infektionsgeschehen in ganz Europa. Auch in Österreich gibt es eine negative Trendwende.

In einer Presseaussendung zeigt sich Gesundheitsminister Rudolf Anschober (Grüne) besorgt. Einen Tag, bevor die Regierung über weitere Öffnungsschritteentscheiden will, ist ein neuer Sonntagsrekord an Neuinfektionen verzeichnet worden - 2.123 neue Fälle in 24 Stunden wurden registriert. Seit Jahresbeginn hatte es an Sonntagen nie mehr als 2.000 Fälle gegeben.

Wie das Gesundheitsministerium schildert, hat sich in beinahe allen europäischen Ländern in den letzten Tagen der Trend wieder zu steigenden Infektionszahlen gewendet. Besonders in Tschechien, der Slowakei, Schweden, Ungarn, Italien und Polen schnellen die Zahlen erneut stark nach oben. Auch in Österreich steigen die Infektionszahlen seit etwa "Mitte Februar wieder besorgniserregend" an. "Heute liegt die Infektionszahl bei 2.123, was ein sehr hoher Wochenendwert ist (Sonntag vor einer Woche: 1.838), die 7-Tages-Inzidenz ist auf 159 (SKKM: 151) angestiegen, der Reproduktionsfaktor auf alarmierende 1,16", so Anschober.

Mutationen als "Haupttreiber dieser Steigerungen"

Sorgen bereiten auch die die steigenden Hospitalisierungszahlen – in den vergangenen 7 Tagen gab es einen Anstieg um 2,3% auf 1.291. Auch die Zahl der Patienten mit schweren Corona-Verläufen, die intensivmedizinisch betreut werden müssen, ist um 8,6% auf 279 gestiegen. Die Zahl der aktiven Fälle ist (nach bereits 14.000 in den vergangenen Wochen) wieder auf über 20.000 gestiegen (20.464).

Die Zahl der Toten stieg um 23 auf bereits 8.561 Menschen, die an oder mit einer Corona-Infektion gestorben sind. Innerhalb der vergangenen Woche wurden 175 Todesfälle registriert. Pro Tag kamen im Schnitt 25 weitere Tote hinzu. Pro 100.000 Einwohner sind 96,2 Menschen an oder mit Corona gestorben, heißt es.

Gesundheitsminister Anschober sieht die rasche Ausbreitung der Mutationen als Grund: "Haupttreiber dieser Steigerungen ist die rasche Ausbreitung der stärker ansteckenden Mutationen in ganz Europa, auch in Österreich. In der Mehrzahl der österreichischen Bundesländer dominiert die britische Variante bereits. Da diese ein um rund 30 Prozent höheres Ansteckungsrisiko aufweist, steigen die Infektionszahlen parallel zur Ausbreitung der Variante."

Positive Entwicklungen

Positive Entwicklungen waren im Februar aber ebenso zu beobachten, merkt Anschober an:  Auch die Impfzahlen und Testungen sind deutlich gestiegen. Im Februar wurden pro Tag durchschnittlich 199.851 Tests durchgeführt – ein Rekordwert. Künftig kann auch bei den Impfungen nun – entsprechend der Liefertermine und Liefermengen – das Tempo gesteigert werden: Vergangenen Freitag war der bisherige Rekordimpftag mit fast 39.000 Impfungen in Österreich, heißt es weiter. Im März wird es zu einer umfassenden Steigerung der Liefermengen kommen: etwa 1,1 Millionen Impfdosen werden im kommenden Monat erwartet.

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