Antisemitische Attacke in Graz, Innenminister reagiert

Die neue Synagoge in Graz.
Die neue Synagoge in Graz. Martin Siepmann / Westend61 / picturedesk.com
Nach Vandalenakten kam es nun sogar zu einem tätlichen Angriff bei der Grazer Synagoge. Minister Nehammer schaltet sich ein.

Seit einigen Tagen ist die Synagoge in Graz Ziel von Vandalenakten. Dienstagnacht wurde das historische Ziegelwerk mit propalästinensischen Parolen besprüht, drei Tage später traf es die Fenster an der Nordseite der Synagoge. Es kann nicht ausgeschlossen werden, dass es sich um denselben Täter handelt.

Samstagabend dann die nächste Eskalation! Elie Rosen, Leiter der jüdischen Gemeinde in Graz, wurde vor der Synagoge von einem Unbekannten mit einem Baseballschläger attackiert.

Nach derzeitigem Ermittlungsstand hatte Rosen eine unbekannte Person im Bereich der Synagoge wahrgenommen, als diese gerade dabei war, Steine in den Innenhof zu werfen. Der Funktionär sprach diesen Unbekannten darauf an, worauf dieser den Mann attackierte. Rosen saß in diesem Moment in seinem Auto und wurde durch die Attacke nicht verletzt. Der Unbekannte flüchtete. "Ein Zusammenhang mit den letzten Vorfällen rund um die Grazer Synagoge liegt nahe", schreibt die Polizei in einer Aussendung.

Das sagt Nehammer

Innenminister Karl Nehammer (ÖVP) reagiert: "Antisemitismus hat in unserer Gesellschaft keinen Platz. Wer jüdische Mitbürger angreift, greift die Grundpfeiler unseres demokratischen Zusammenlebens an. Der Kampf gegen jede Form des Antisemitismus, ohne Unterschied ob er politisch oder religiös motiviert ist, ist ein elementarer Teil des aktuellen Regierungsübereinkommens."

Nehammer hat aufgrund der aktuellen Vorfälle eine verstärkte Überwachung aller jüdischen Einrichtungen in Österreich angeordnet. Auch das Einsatzkommando Cobra wird zur Unterstützung herangezogen werden. "Ich werde am Montag ein persönliches Gespräch mit Elie Rosen und Oskar Deutsch und weiteren Vertretern der Israelitischen Gemeinde führen", so der Innenminister.

"Kampf für unsere demokratischen Werte"

Auch Nationalratspräsident Wolfgang Sobotka (ÖVP) äußerte sich am Samstagabend über den tätlichen Angriff: "Die jüngsten Vandalenakte auf die Synagoge in Graz und der tätliche Angriff auf Elie Rosen sind absolut zu verurteilen und leider ein deutliches Zeichen dafür, dass unser Kampf gegen jede Form des Antisemitismus aktueller denn je ist. Die Sicherheit jüdischen Lebens muss in Österreich, in Europa und weltweit gewährleistet sein. Der Kampf gegen den Antisemitismus betrifft uns alle. Es ist ein Kampf für unsere demokratischen Werte."

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