Antivirus-Tool gibt weiter, welche Pornos du schaust

Das Antivirus-Tool Avast verkauft private Daten an Unternehmen wie Google oder Microsoft. Dazu gehören auch besuchte Porno-Websites und angeschaute Videos.
Das Antivirus-Programm Avast verkauft private Daten von Nutzern an Firmen wie Google, Microsoft, Pepsi und andere. Dies geht aus einem Bericht des Online-Magazins "Motherboard" hervor. Unter den verkauften Daten befinden sich beispielsweise der Suchverlauf, GPS-Daten, Klicks auf Websites und sogar die Zeit und Verweildauer auf Pornoseiten wie Pornhub oder Youporn. Damit kann genau nachvollzogen werden, welche Videos angeklickt und angeschaut wurden.

Avast verzeichnet weltweit pro Monat 435 Millionen aktive Nutzer und sammelt die Daten von rund 100 Millionen Geräten. Zwar seien diese Daten nicht personalisiert, in vielen Fällen sind sie aber so detailliert, dass es nicht schwierig wäre, einen Rückschluss auf den individuellen Nutzer zu ziehen.



CommentCreated with Sketch.0 zu den Kommentaren Arrow-RightCreated with Sketch. "Jede Suchanfrage, jeder Klick"

Diese Spezifität zahlt sich für Avast aus. Je detaillierter die Daten sind, die verkauft werden, desto höher ist deren Preis. So bezahlte das New Yorker Unternehmen Ominicom beispielsweise 4,5 Millionen Dollar, um Zugriff zu "jeder Suchanfrage, jedem Klick, jedem Kauf und jeder Seite" von Nutzern aus 14 verschiedenen Ländern zu bekommen, wie es im Bericht heißt.



Was die Käufer mit den Nutzerdaten anstellen, ist nicht in allen Fällen bekannt. So gibt Microsoft beispielsweise keine Auskunft darüber. Yelp hingegen gibt an, die Daten in einem Rechtsstreit gegen Google benutzt zu haben. Der Verlag Condé Nast nutzte die Daten, um zu überprüfen, ob die Werbung, die er auf seiner Website aufgeschaltet hatte, zu mehr Amazon-Käufen durch seine Nutzer führte.

Es braucht die Zustimmung des Nutzers

Bis Dezember 2019 wurde allerdings nur ein Teil aller Nutzerdaten zum Verkauf freigegeben. Es handelte sich dabei um Daten von Nutzern, die ein Plug-in der Antivirus-Software in ihren Browsern installiert hatten. Dieses wurde Ende Jahr nach Bekanntwerden dieser Praxis aus den Google und Mozilla Stores entfernt.

"Die Nutzer hatten stets die Möglichkeit, die Zustimmung zur Nutzung ihrer Daten zu entziehen", lässt Avast in einem Statement verkünden. Außerdem sei bereits seit Juli 2019 eine Opt-in-Lösung in Arbeit gewesen. "Damit halten wir den California Consumer Privacy Act und die Allgemeine Datenschutzverordnung Europas ein."

Nun ist es die Hauptsoftware von Avast, die Daten ermittelt. Dies allerdings nur, wenn der Nutzer explizit zustimmt, was neu über ein Pop-up-Fenster festgelegt werden kann. Trotz dieses neuen Pop-ups geben User gegenüber "Motherboard" aber an, dass sie sich nicht bewusst sind, dass Avast möglicherweise Daten über sie sammelt. Außerdem hat sich Avast bisher nicht bereit erklärt, die Daten, die ohne die Opt-in-Auswahl über das Browser-Plug-in gesammelt wurden, zu löschen.

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