Sie beschuldigt Ehemann

Anwaltsgattin erfand Überfall – jetzt brisante Wende

Der Prozess gegen eine junge Anwaltsgattin und ihren in die Jahre gekommenen "Herrn Doktor" verkommt zur Gerichtsposse – inklusive Rosenkrieg.
Christian Tomsits
13.05.2026, 16:27
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Ein ungleiches Paar (67, 32) steht derzeit gemeinsam in Wien vor Gericht. Er, ein einst angesehener Wiener Strafverteidiger – sie, eine junge Tschetschenin, die derzeit in der Justizanstalt Josefstadt in Strafhaft sitzt.

Gemeinsam müssen die beiden nach einem von ihr fingierten Überfall auf seine Kanzlei im Sommer 2025 vor Gericht erklären, wo offenbar veruntreute 75.000 Euro Bargeld aus dem Safe verblieben sind.

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Der Betrag war ihnen von zwei Mandanten, denen die Frau den Überfall anhängen wollte (Vertretung: Andreas Reichenbach) treuhändig übergeben worden. Laut deren Aussage sei das große Geld aus kleinen Scheinen "Trinkgeld vom Friseurgeschäft in Dubai" eines Verwandten – ein Schelm, wer Böses dabei denkt.

Vor Gericht musste zum Glück nur geklärt werden, wer der beiden Angeklagten es am Ende wirklich aus dem Safe entnommen habe. Beide sagten bisher, nichts über den Verbleib des besagten Geldes zu wissen – bis jetzt.

Nach einem anfänglichen Geständnis der Tschetschenin änderte sie am Mittwoch plötzlich ihre Version: "Er hat das Geld genommen, um seine massiven finanziellen Löcher zu stopfen", behauptete sie nun, wollte aber auf Nachfrage "keine Aussage" mehr machen. "Ich dachte, das Geständnis hilft mir", erklärte die Mandantin von Anwalt Marcus Januschke den plötzlichen (gemeinen) Meinungsumschwung.

Marcus Januschke vertitt die Gattin, Andreas Reichenbach eines der beiden Opfer.
Sabine Hertel

Dass ihr arbeitsloser Vater direkt nach dem Vorfall sich einen längeren Luxus-Trip an die Riviera gönnte und ihr Bruder aus dem Zuschauersaal auf Tschetschenisch zischte, sie solle keine weiteren Aussagen machen, ließ den Richter hellhörig werden: Nun will er auch die Familienmitglieder der Gattin grillen.

Der Prozess – der angesichts eines entdeckten Liebesbriefs aus dem Häf’n an einen mysteriösen Dritten und den Aussagen der Frau zufolge (Zitat: "Ich möchte die Scheidung") mehr und mehr zum Rosenkrieg ausartet – wurde abermals vertagt. Der Frau wird auch Diebstahl, Betrug und falsche Zeugenaussage vorgeworfen. Die Unschuldsvermutung gilt.

{title && {title} } ct, {title && {title} } Akt. 13.05.2026, 16:37, 13.05.2026, 16:27
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