"Death to the IDF"

Hass auf Israel – WC in Wiener Fan-Café beschmiert

Die MQ Kantine ist das ESC-Fancafé für Israel. Beamte sorgen für Schutz, dennoch wurde bereits die WC-Türe mit israelfeindlichen Sprüchen beschmiert.
Wien Heute
13.05.2026, 12:26
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Wien steht derzeit ganz im Zeichen des Eurovision Song Contests: Doch das friedliche Mega-Event wird von Protesten der Palästina-Szene überschattet. So kam es beim ersten Halbfinale am Dienstag in der Stadthalle zu einem Zwischenfall.

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Während des Auftritts der israelischen Vertreters Noam Bettan (28) störte ein Zuschauer hörbar mit "Stoppt den Völkermord"-Zwischenrufen. Insgesamt wurden dann vier Personen wegen störenden Verhaltens aus der Wiener Stadthalle entfernt – "Heute" berichtete.

Demos, Blockaden und Störaktionen

Auch am Freitag (15.5.) könnte es hitzig werden – rund 3.000 Aktivisten werden bei einer Kundgebung anlässlich des palästinensischen "Nakba-Tags" im Resselpark (City) erwartet. "Dieser hat eine hohe emotionale Bedeutung für die Palästina-Szene", erklärt die Wiener Polizei.

Tags darauf – am Samstag (16.5.), dem Finaltag, – werden Blockaden und Störaktionen erwartet. Um 14 Uhr startet am Christian-Broda-Platz in Wien-Mariahilf eine große Demonstration, die über die Äußere Mariahilfer Straße und über die Schweglerstraße hinter der Wiener Stadthalle vorbeiführt.

Schmierereien am WC

Unter dem Motto "Keine Bühne für den Völkermord" wollen Aktivisten gegen die Teilnahme Israels vorgehen. Gefordert wird unter anderem der Ausschluss des israelischen Sängers Noam Bettan von dem Bewerb. Israel benutze den ESC bewusst und mit viel Geld zur eigenen Inszenierung. Gegen dieses "Artwashing" wolle man auftreten, erklärte Irina Vana von der Palästina Solidarität Österreich.

Auch an der MQ Kantine – das offizielle ESC-Fancafé für Israel – geht der Israel-Hass nicht spurlos vorüber: Neben Anfeindungen auf Social Media, lassen sich auch Lokal-Besucher nicht von WC-Schmierereien wie "Death to the IDF (israelisches Militär, Anm.)", "Free Palestine" oder "Boycott Israel" abhalten.

Zwei Polizeibeamte als Schutz

Besitzerin Lisa Wegenstein (58) nimmt es halbwegs gelassen: "Wenigstens werden wir nur boykottiert und nicht auf der Straße beschimpft oder bespuckt", so die Lokalchefin zu "Heute". Die MQ Kantine wird derzeit an beiden Eingängen jeweils von einem uniformierten Polizeibeamten bewacht.

Im Vorfeld wurde das Lokal natürlich auch vom israelischen Geheimdienst Mossad unter die Lupe genommen. "Sind Mossad-Agenten auch im Lokal?" – "Sagen wir mal so: Es gibt Leute hier, die man nicht als Agenten erkennt", meint Wegenstein auf "Heute"-Nachfrage.

Speisekarte wurde angepasst

ESC-Teilnehmer Noam Bettan wird leider nicht persönlich vorbeischauen: "Die Sicherheitsmaßnahmen wären viel zu aufwendig. Aber wir haben ihm eine Message geschickt und ihm viel Glück gewünscht", berichtet Wegenstein.

Im Lokal hängen Israel-Fahnen, auch die Speisekarte wurde angepasst: Aus dem Antipasti-Teller mit Falafel, Hummus, Schafkäse, Korianderpesto, getrockneten Tomaten, gegrillten Zucchini bzw. Paprika und Pita-Brot wurde der "ESC Jerusalem Teller" (15,90 Euro): "Der Name bleibt vielleicht – ich würd's gut finden. Aber das müssen wir noch genau durchdenken", meint die Lokal-Chefin.

Protest gegen Teilnahme Israels am ESC

Bereits im Vorfeld des Song Contests hatte es international Diskussionen über die Teilnahme Israels wegen des Gaza-Krieges gegeben. Mehrere Länder wie Spanien und die Niederlande zogen sich vom Bewerb zurück. Zudem fordern mehr als 1.100 Musikerinnen und Musiker einen Boykott des ESC.

{title && {title} } red, {title && {title} } 13.05.2026, 12:26
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