Beim ersten Semifinale des Eurovision Song Contest 2026 in Wien kam es erneut zu Protesten während des israelischen Auftritts. Bereits während der Live-Übertragung war deutlich ein Zuschauer zu hören, der laut "Stoppt den Völkermord" rief. Wie inzwischen bestätigt wurde, blieb es jedoch nicht bei diesem einen Zwischenfall.
Gemeinsam mit dem ORF bestätigte die European Broadcasting Union (EBU), dass insgesamt vier Personen wegen störenden Verhaltens aus der Wiener Stadthalle entfernt wurden.
New-York-Times-Journalist Alex Marshall teilte das Statement von ORF und EBU auf X: "Eine Person im Publikum, die sich in der Nähe eines Mikrofons befand, äußerte lautstark ihre Ansichten, als der israelische Künstler seinen Auftritt begann, sowie während des Songs, was in der Live-Übertragung zu hören war."
Weiter heißt es: "Diese Person wurde später vom Sicherheitspersonal entfernt, weil sie weiterhin das Publikum störte. Drei weitere Personen wurden ebenfalls vom Sicherheitspersonal wegen störenden Verhaltens aus der Arena entfernt."
In sozialen Netzwerken verbreiteten sich kurz darauf mehrere Videos aus der Halle. Darauf ist unter anderem ein Mann mit nacktem Oberkörper zu sehen, auf dessen Rücken das Wort "Palestine" geschrieben steht, während er von Sicherheitskräften hinausbegleitet wird.
Auch aus der Arena selbst wurden weitere Protestaktionen bekannt. Mehrere Zuschauer sollen dem israelischen Sänger Noam Bettan während seines Auftritts demonstrativ den Rücken zugekehrt haben. Zudem berichten Besucher von vereinzelten Buhrufen sowie ausbleibendem Applaus nach dem Song.
Trotz der Proteste konnte sich Noam Bettan mit seinem Titel "Michelle" für das große Finale des Eurovision Song Contest 2026 am Samstag qualifizieren.