Politisch aufgeladene Stimmung beim Eurovision Song Contest in Wien.
Während Israels Vertreter Noam Bettan seinen Song "Michelle" performte, kam es in der Wiener Stadthalle zu vereinzelten Zwischenrufen aus dem Publikum.
Mehrfach waren deutlich "Free Palestine"-Rufe zu hören – und zwar nicht nur in der Halle selbst, sondern teilweise auch hörbar im ORF.
Der Sender hat bereits im Vorfeld versichert, dass keine Buh-Rufe rausgeschnitten werden. In den Vorjahren war das noch anders. Vor allem in Malmö stellte man die Zwischenrufe komplett stumm.
Besonders brisant: Die Rufe ertönten nicht nur vor dem Auftritt, sondern auch während Bettan sang.
Der israelische Sänger ließ sich davon allerdings nichts anmerken. Noam Bettan zog seine Performance professionell durch und sang ohne sichtbare Reaktion weiter.
Schon im Vorfeld galt sein Auftritt als einer der sensibelsten Momente des diesjährigen ESC. Aufgrund der angespannten politischen Lage rund um Israel und des Nahostkonflikts stehen die Sicherheitsmaßnahmen in Wien unter massivem Fokus.
Bereits bei der Opening Ceremony war Bettan von zahlreichen Sicherheitskräften begleitet worden. Auch rund um die Stadthalle ist die Polizeipräsenz enorm.
Trotz der Zwischenrufe erhielt der Sänger am Ende seines Auftritts heftigen Applaus aus dem Publikum.
Die Teilnahme Israels sorgt heuer besonders stark für Diskussionen. Mehrere Länder boykottieren den ESC 2026, zudem hatten zuletzt über 1.100 Künstlerinnen und Künstler einen Ausschluss Israels gefordert.