Wenn Georgien beim Eurovision Song Contest antritt, weiß man meistens schon vorher: Ganz normal wird das nicht. Auch diesmal setzen Bzikebi mit "On Replay" auf eine schräge, fast schon absurde Performance.
Die Gruppe ist ESC-Fans durchaus bekannt: Beim "Junior Eurovision Song Contest" sorgten Bzikebi einst für einen großen Triumph und holten den Sieg nach Georgien. Beim großen ESC dürfte dieses Kunststück diesmal allerdings schwierig werden.
Schon optisch fährt die Delegation wieder ein komplett eigenes Konzept. Skurrile Outfits, hektische Bewegungen und eine bewusst überzeichnete Performance machen schnell klar: Hier geht es nicht um klassische Pop-Perfektion, sondern um maximalen Wiedererkennungswert.
Und ja – auffällig ist der Auftritt definitiv.
Das Problem: "On Replay" wirkt trotz aller Verrücktheit erstaunlich durchschnittlich. Der Song bleibt musikalisch kaum hängen, während die Inszenierung zwar Aufmerksamkeit erzeugt, aber nicht wirklich emotional packt.
Gerade beim ESC reicht "freaky" allein oft nicht aus. Die besten schrägen Beiträge schaffen es meistens zusätzlich, entweder musikalisch zu überzeugen oder einen echten Kultmoment zu erzeugen. Genau dieser letzte Funke fehlt Georgien diesmal etwas.
In der Halle gibt es zwar Applaus und einige lautstarke Fans feiern den Auftritt, die ganz große Euphorie bleibt aber aus. Nach den starken Momenten anderer Länder wirkt Georgien eher wie ein kurioser Zwischeneinschub als wie ein ernsthafter Siegkandidat.
Unterhaltsam? Definitiv.
Für ganz oben? Eher nicht.