Wenn Schweden beim Eurovision Song Contest antritt, sind die Erwartungen automatisch riesig. Schließlich gilt das Land seit Jahren als ESC-Powerhouse, das regelmäßig moderne Pop-Produktionen und spektakuläre Inszenierungen liefert.
Auch 2026 macht Schweden bei der Show keine halben Sachen.
Felicia betritt die Bühne mit Mundschutz, düsterem Styling und einer Performance, die sofort Erinnerungen an die Corona-Zeit weckt – allerdings in futuristischer Techno-Version. Hartes Licht, aggressive Beats und eine massive Laser-Show dominieren die ersten Sekunden.
Dazu kommen Blitze, schnelle Schnitte und eine LED-Inszenierung, die fast schon wie ein dystopischer Club-Rave wirkt. Die Halle wird komplett in Neonfarben getaucht, während Felicia nahezu robotisch über die Bühne performt. Optisch gehört Schweden damit definitiv zu den stärksten Auftritten des Abends.
Das Problem: Der Song selbst bleibt nicht wirklich hängen.
"My System" klingt hochwertig produziert und absolut radiotauglich, aber eben auch sehr generisch. Genau das dürfte vielen ESC-Fans auffallen. Trotz heftiger Inszenierung fehlt der Moment, der wirklich überrascht oder emotional trifft.
Gerade von Schweden erwartet man oft den einen besonderen Hook, eine starke Melodie oder einen innovativen Twist. Stattdessen bekommt man diesmal eher einen soliden EDM-Track, der zwar funktioniert, aber wenig Risiko eingeht.
Das Publikum in der Halle feiert die Show trotzdem lautstark – allein schon wegen der visuellen Wucht. Ob das aber reicht, um sich langfristig im Gedächtnis festzusetzen, bleibt fraglich.