Am Donnerstagabend wird es ernst: Veronica Fusaro kämpft mit ihrem Song "Alice" um den Finaleinzug beim Eurovision Song Contest in Wien. Doch hinter den Kulissen lief bei den ersten Proben offenbar nicht alles glatt.
Die Schweizer Sängerin zeigt sich im Gespräch mit Schweizer Medien überraschend ehrlich – und spart dabei nicht mit Kritik.
"Ich habe mir das professioneller vorgestellt", erklärt Fusaro. Sie sei besseres gewohnt. Vor allem die Abläufe auf der Bühne hätten sie irritiert. "Die Leute auf der Bühne waren nicht so vorbereitet, wie ich das an so einem Großevent erwartet habe."
Besonders bei ihren Requisiten kam es offenbar immer wieder zu Problemen. Teil ihrer Performance sind rote Seile, die exakt vorbereitet werden müssen. Trotz genauer Anleitungen soll dabei einiges schiefgelaufen sein.
"Wir haben Videos mit Instruktionen geschickt", erzählt die Musikerin. Doch gewisse Details seien anders umgesetzt worden als geplant. "Das Seil löste sich dann nicht mehr. Klar ist es ein Detail, aber ein wichtiges."
Noch frustrierender wurde es bei der zweiten Probe. Dort wurde ein wichtiges Requisit offenbar nicht rechtzeitig auf die Bühne gebracht.
"Da habe ich die Welt nicht mehr verstanden", sagt Fusaro offen. Vor allem deshalb, weil derselbe Ablauf zuvor bereits funktioniert hatte.
Die Sängerin betont: Gerade beim ESC sei Zeit extrem knapp. "Wenn man nur 25 Minuten Zeit für die Proben hat, dann haben solche Fehler eigentlich keinen Platz." Vor allem: Zwischen den Acts bleiben gerade einmal 30 Sekunden (!) für den Umbau.
Mit ihrer Kritik steht sie offenbar nicht alleine da. Auch ihr Staging Director habe angemerkt, dass die Organisation "in anderen Jahren schon besser" gewesen sei.
Trotz allem bleibt Fusaro professionell. Laut geworden sei hinter der Bühne niemand. "Wir haben eine konstruktive und respektvolle Rückmeldung gegeben", erklärt sie.
Den Kopf hängen lassen will die Schweizerin aber definitiv nicht. Ganz im Gegenteil.
"Die Show muss weitergehen", sagt sie kämpferisch. Gemeinsam mit ihrem Team habe sie bereits Notfallpläne vorbereitet, damit auf der Bühne trotzdem alles klappt. Und die Vorfreude auf den großen ESC-Moment? Die ist trotz aller Pannen riesig.
"Ich wache jeden Tag mit mehr Adrenalin auf", erzählt Fusaro. "Ich kann es kaum abwarten, dass es endlich losgeht."