Die politische Debatte rund um den Eurovision Song Contest reißt auch in Wien nicht ab.
Vor Beginn der ersten kompletten Halbfinal-Probe sprach ESC-Direktor Martin Green über die Rückzüge mehrerer Länder, den Israel-Wirbel und die Diskussionen um das Voting im Vorjahr.
Besonders im Fokus: der Boykott einiger ESC-Nationen. Die Niederlande, Spanien, Irland, Slowenien und Island verzichten heuer wegen der Teilnahme Israels auf den Song Contest.
Auf die Frage, ob diese Länder künftig wieder zurückkehren könnten, zeigte sich Green diplomatisch: "Wir reden, wir hoffen, dass sie zurückkommen. Aber drei Länder sind ja zurückgekehrt. Alle gehören noch immer zur Familie. Wir werden daran arbeiten, dass alle wieder zurück kommen."
Damit versucht die EBU weiter, die Wogen rund um den politisch wohl angespanntesten ESC seit Jahren zu glätten.
Auch ein brisanter Bericht der "New York Times" wurde thematisiert.
Darin wurde nachgerechnet, wie knapp der Sieg von JJ im Vorjahr tatsächlich gewesen sein soll. Laut Bericht hätten bereits wenige hundert zusätzliche Stimmen gereicht, damit der ESC nicht nach Wien, sondern nach Israel gegangen wäre.
Zusätzlich stand der Vorwurf im Raum, dass von Israel massiv Werbung geschaltet worden sei, um Stimmen für den ESC zu mobilisieren und damit auch das Image des Landes aufzubessern.
Der israelische Sender KAN erklärte allerdings, nichts davon gewusst zu haben.
Für Martin Green ist die Sache trotzdem klar: "JJ hat gewonnen. Fertig." Und weiter: "Es geht nicht darum eine Regierung zu wählen. Es geht um Songs und wir haben ein faires System. Ich bin zufrieden damit."
Heuer wurden entsprechende Werbekampagnen rund um das Voting übrigens untersagt.
Damit will die EBU verhindern, dass einzelne Länder mit groß angelegten Mobilisierungen Einfluss auf das Ergebnis nehmen könnten.