Ab Sonntag (10.5.) wird Wien zum Nabel der Popwelt – der Eurovision Song Contest startet, eine Woche lang herrscht Ausnahmezustand. Für die Wiener Polizei ist das Großevent eine sicherheitstechnische Herausforderung.
Vor allem aus der Pro-Palästina-Bewegung wurden Protestaktionen für die ESC-Woche von 10. bis 16. Mai angekündigt, darunter eine Großdemo mit rund 3.000 Teilnehmern. "Die Vorbereitung geht weit über das Übliche hinaus", so Vize-Polizeipräsident Dieter Csefan. Unterstützung kommt erstmals auch vom amerikanischen FBI in New York. "Dort wird in der ESC-Woche eine FBI-Taskforce eingerichtet, die 24/7 besetzt ist", so der Polizeigeneral.
"Die Wiener Polizei hat viel Erfahrung mit Großevents", so Csefan. Sechs Bundesländer entsenden Kräfte zur ESC-Sicherung nach Wien. Dazu kommen Spezial- und Diensthundeeinheiten. Die Cobra schützt die internationalen Delegationen. Besonders exponierte Teilnehmerländer wie Israel bringen zusätzlich eigene Sicherheitskräfte mit.
Sänger Noam Bettan wird seit seiner Ankunft in Wien komplett abgeschirmt – und vom israelischen Geheimdienst Mossad bewacht. Der Sänger wird beim Eurovision Song Contest 2026 vom 12. bis 16. Mai in der Wiener Stadthalle mit seinem Song "Michelle" antreten. Er verzichtet bewusst auf öffentliche Auftritte abseits der Proben. Die Unterkunft der Delegation bleibt geheim, der Transfer ebenso. Noam Bettan wird rund um die Uhr von Personenschützern begleitet.
Denn die friedliche Partystimmung könnte von Protestaktionen der Pro-Palästina-Szene überschattet werden. Auf Plakaten mit blutigem Mikrofon wird gegen Israel gehetzt. Wenn der israelische Sänger Dienstag (12.5.) am Halbfinale auftritt, wird im Arik-Brauer-Park "pro Palästina" demonstriert.
Am Freitag (15.5.) könnte es hitzig werden – rund 3.000 Aktivisten werden bei einer Kundgebung anlässlich des palästinensischen "Nakba-Tags" im Resselpark (City) erwartet. "Dieser hat eine hohe emotionale Bedeutung für die Palästina-Szene", erklärt die Wiener Polizei. Auch eine Demo mit tausend Teilnehmern wurde bereits angemeldet. Sänger Noam Bettan will cool bleiben – und sich ganz auf seinen Song konzentrieren. Denn nur dieser soll am ESC im Mittelpunkt stehen.