Ab Sonntag (10.5.) wird Wien zum Mekka der Popwelt – der Eurovision Songcontest startet, eine Woche lang herrscht Ausnahmezustand. Für die Wiener Polizei ist das Großevent eine sicherheitstechnische Herausforderung.
Vor allem aus der Pro-Palästina-Bewegung wurden Protestaktionen für die ESC-Woche von 10. bis 16. Mai angekündigt, darunter eine Großdemo mit rund 3.000 Teilnehmern. "Die Vorbereitung geht weit über das Übliche hinaus", so Vize-Polizeipräsident Dieter Csefan. Unterstützung kommt erstmls auch vom amerikanischen FBI in New York. "Dort wird in der ESC-Woche eine FBI-Taskforce eingerichtet, die 24/7 besetzt ist", so der Polizeigeneral.
Die FBI-Taskforce werde den Sicherheitskräften in Wien bei der Abwehr von Hacker- und Cyberattacken Unterstützung bieten. "Es geht darum, Cyberangriffe zu erkennen und abzuwehren."
Das Zentrum der FBI-Taskforce ist rund um die Uhr besetzt. Die US-Bundesermittler helfen bei der Ausforschung von Hackern und sonstigen Urhebern von Drohungen, IP-Adressen und Standorte können so mithilfe der Möglichkeiten der US-Spezialisten sehr schnell aufgedeckt werden.
In der Wiener Stadthalle selbst gilt während des Songcontests eine Sicherheitsstufe "wie auf einem internationalen Flughafen", so Csefan. Die Sperrzone beginnt schon beim Märzpark, der Vogelweidpark hinter der Stadthalle ist gesperrt. "In der Halle gilt eine strikte No-Bag-Policy", so der Vize-Polizeipräsident. Lediglich transparente Plastiksackerl in Kuvertgröße (A6) dürfen mit in die Halle genommen werden. Jeder Besucher und jeder Mitarbeiter werde vorab kontrolliert.
"Die Wiener Polizei hat viel Erfahrung mit Großevents", so Csefan. Sechs Bundesländer entsenden Kräfte zur ESC-Sicherung nach Wien. Dazu kommen Spezial- und Diensthundeeinheiten. Die Cobra schützt die Delegationen. Besonders exponierte Teilnehmerländer wie Israel bringen zusätzlich eigene Sicherheitskräfte mit.
Rund um die Stadthalle gilt ein Drohnenverbot, auch Platzverbote wird es geben. Der ESC wird für die Sicherheitskräfte schon am Eröffnungstag zur Herausforderung. Denn neben dem Songcontest-Start stehen mit dem Wings for Life Run, dem Wiener Derby in Hütteldorf und einer Iran-Demo mit über tausend Teilnehmern am Heldenplatz noch drei weitere Großevents am selben Tag am Programm.