Der Countdown für den größten Musikbewerb läuft. Doch für Noam Bettan (28) ist der Weg zum großen Finale des Eurovision Song Contest 2026 alles andere als gewöhnlich. Während andere Acts an Choreos feilen, trainiert der Israeli gezielt gegen Buhrufe. Ja, richtig gelesen.
Denn der Sänger weiß: Sein Auftritt mit dem Song "Michelle" wird polarisieren. Die politischen Spannungen rund um Israels Teilnahme sind allgegenwärtig und machen auch vor der ESC-Bühne in Wien nicht Halt. Bettan zieht daraus seine eigenen Schlüsse: "Bei den Proben habe ich ein Team, das mich bewusst ausbuht. Das hilft mir tatsächlich", verrät er.
Heißt: Während der Proben kassiert der Sänger aktiv Buh-Rufe! Und zwar gewollt.
Seit Anfang Mai ist der 28-Jährige mit seiner Delegation in Wien. Abgeschirmt, fokussiert, nahezu isoliert.
Öffentliche Auftritte? Fehlanzeige. Stattdessen volle Konzentration auf Performance und mentale Stärke. "Ich versuche, mich nur auf die Bühne zu konzentrieren und es zu genießen", sagt er zur "Bild".
Schon die Vorbereitung in seiner Heimat war alles andere als normal. Proben zwischen Sirenen und Raketenalarm gehörten zur Realität: "Wenn es Alarm gibt, gehen wir in den Bunker – danach arbeiten wir weiter." Ein Alltag, der prägt und offenbar auch abhärtet.
Um für den Ernstfall gewappnet zu sein, setzt Bettan auf ein ungewöhnliches Trainingsprogramm: Singen unter Belastung, Jumping Jacks, Squats. Dazu mentale Routinen, Gebete und Selbstgespräche. "Ich will so vorbereitet sein, dass ich den Song im Schlaf singen kann."
Kraft gibt ihm vor allem seine Familie, die ihn in Wien unterstützen wird. Und auch sein Glaube spielt eine zentrale Rolle: "Gott ist mit mir. Das gibt mir Halt."
Trotz aller Kritik und möglicher Buhrufe bleibt sein Ziel klar: ein starker Auftritt auf Europas größter Bühne. "Ich lasse mich von nichts aufhalten", sagt Bettan entschlossen.
Ob ihm das gelingt? Das wird sich kommende Woche zeigen.