Die Diskussion rund um Israels Teilnahme am Eurovision Song Contest spitzt sich immer weiter zu.
Wie das israelische Nachrichtenportal "Ynet Global" berichtet, soll es innerhalb der Europäischen Rundfunkunion (EBU) bereits Gespräche darüber gegeben haben, Israel künftig nicht mehr beim klassischen ESC antreten zu lassen. Stattdessen könnte das Land künftig beim neuen "Eurovision Song Contest Asia" starten.
Dieser Asien-Ableger des ESC soll erstmals am 14. November 2026 in Bangkok stattfinden.
Laut Bericht sei der Vorschlag bereits intern eingebracht worden. Demnach hätten Verantwortliche sogar versucht auszuloten, wie andere Länder auf eine mögliche Verlegung Israels reagieren würden.
Ganz einfach dürfte das aber nicht werden. Denn laut "Ynet Global" soll es innerhalb der Gespräche auch Widerstand gegen die Idee gegeben haben. Eine offizielle Entscheidung gibt es bisher nicht.
Die Teilnahme Israels sorgt seit Jahren für Diskussionen. Einerseits liegt das Land geografisch nicht in Europa. Allerdings ist die EBU nicht streng an europäische Grenzen gebunden – deshalb darf etwa auch Australien teilnehmen.
Der viel größere Streitpunkt bleibt aber die politische Situation rund um den Nahostkonflikt.
Kritiker werfen dem ESC seit längerem vor, durch Israels Teilnahme politisiert zu werden. Genau das möchte die EBU eigentlich vermeiden. Der Wettbewerb versteht sich offiziell als unpolitisches Musik-Event.
Heuer zeigt sich die angespannte Stimmung besonders deutlich.
Mit Irland, Spanien, Island, den Niederlanden und Slowenien verzichten gleich fünf Länder auf eine Teilnahme am ESC in Wien. Dazu kommen Boykottaufrufe von mehr als 1100 Künstlerinnen und Künstlern.
Auch vor Ort in Wien ist die Situation spürbar. Israels Kandidat Noam Bettan bewegt sich während der ESC-Woche unter massiven Sicherheitsvorkehrungen durch die Stadt. Bei öffentlichen Auftritten wird er von zahlreichen Sicherheitskräften begleitet.
Israel gehört eigentlich längst zur ESC-Geschichte dazu. Bereits 1973 trat das Land erstmals beim Song Contest an und gewann den Wettbewerb bisher viermal.
Ob Noam Bettan nun tatsächlich der letzte israelische Künstler beim europäischen ESC sein könnte, bleibt offen.