Am kommenden Dienstag, 29. März, wird es erneut Proteste von Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern der Kindergärten geben. Beschäftigte aus dem Bereich der Kinderbildung und -betreuung gehen für bessere Arbeitsbedingungen, kleinere Gruppen und eine einheitliche Bezahlung auf die Straße, teilte die Gewerkschaft GPA Kärnten in einer Aussendung mit. Auch in Wien wird das Kindergartenpersonal der Wiener Privatkindergärten, Horte und schulischen Freizeitpädagogik zwischen 10 und 14 Uhr erneut für bessere Rahmenbedingungen demonstrieren. Im Gegensatz zu den Gemeindekindergärten gibt es bei privaten Einrichtungen keine gesetzliche Betriebspflicht, sie bleiben daher an diesem Tag geschlossen.
Die privaten Kindergarten-Trägerorganisationen hatten kürzlich einen dringenden Appell an die Politik gerichtet: Die mangelhafte Personalsituation habe sich durch die Omikron-Welle zusehends verschärft. Die Krankenstände seien auf einem noch nie dagewesenen Höchststand und seit Jahresbeginn haben sich fast 50 Prozent des Personals – trotz hoher Durchimpfungsrate – mit der Omikron-Variante infiziert. Hinzu kommt die neue Regelung, dass es ab sofort keine Gruppenschließungen in Wiener Kindergärten mehr gibt. "Heute" hat berichtet.
Neben den vielen Krankenständen gebe es, laut Appell, auch viele offene Stellen, die aktuell kaum nachzubesetzen sind. "Das verbliebene Personal gibt sein Bestes, um den Betrieb vor Ort in den Kindergärten und Horten aufrechtzuerhalten und ist auch bereit, kurzfristig in einem Nachbarhaus auszuhelfen, wenn dort kein Personal mehr verfügbar ist. Wir fragen uns aber, wie lange unsere Mitarbeiter das noch schaffen können. Und was sollen Eltern machen, deren Kinder mangels Personal nicht mehr betreut werden können?"
Weil Kinder im Kindergarten keine Maske tragen, sind sie einer Infizierung besonders ausgesetzt. Da es bis dato keine Impfung für 0 bis 5-Jährige gibt, ist diese Altersgruppe de facto schutzlos. Wäre eine Maskenpflicht im Kindergarten die Lösung? "Das ist in der Praxis nicht umsetzbar, weil Kinder in diesem Alter die Maske einfach nicht auflassen", ist Virologin Monika Redlberger-Fritz überzeugt. Dazu kommt, dass Kleinkinder körperliche Nähe und die Mimik ihrer Bezugspersonen brauchen. Eine Maske wäre also kontraproduktiv. Gleichzeitig sind fehlende Masken der Grund, weshalb sich die Pädagoginnen und Pädagogen bereits zum zweiten oder dritten Mal an ihrem Arbeitsplatz infiziert haben.
Die einzige Barriere, mit der man diese Altersgruppe schützen kann, seien die Eltern: "Wenn die Eltern sich bewusst und verantwortungsvoll schützen, infizieren sie auch ihr Kind nicht. Und dieses wiederum infiziert keine Kollegen im Kindergarten."