Gianni Infantino steht im Machtkampf innerhalb des Weltfußballs zunehmend unter Druck. Unterstützung erhält der FIFA-Präsident nun allerdings von sechs arabischen Fußballverbänden, die sich öffentlich hinter den Schweizer gestellt haben.
Katar, Marokko, Ägypten, der Libanon, der Sudan und Mauretanien sprachen Infantino am Donnerstag offiziell ihr Vertrauen aus. In einer gemeinsamen Erklärung lobten die Verbandschefs dessen Arbeit und betonten ihre "uneingeschränkte Unterstützung" für den FIFA-Präsidenten.
Hintergrund des Streits ist Infantinos Plan, die kommerziellen Rechte der Fußball-Weltmeisterschaft auszugliedern und einen Anteil von 20 Prozent an private Investoren zu verkaufen. Nach heftiger Kritik musste der FIFA-Boss das Vorhaben allerdings wieder zurückziehen.
Gegenwind bekommt Infantino vor allem von den großen Kontinentalverbänden. Die Führungen der UEFA, der asiatischen AFC und der CONCACAF aus Nord- und Mittelamerika positionierten sich gegen ihn. Zusammen vertreten die drei Organisationen 136 der insgesamt 211 FIFA-Mitgliedsverbände.
Geschlossen ist die Front gegen Infantino allerdings nicht. Einige asiatische Verbände sowie Mexiko sollen den 56-Jährigen weiterhin unterstützen. Auch in Afrika genießt der FIFA-Präsident nach wie vor großen Rückhalt. Südamerikas Verband CONMEBOL hält sich bislang weitgehend zurück.
Besonders brisant ist die Haltung der UEFA. Europas Dachverband geht auf Konfrontationskurs und droht sogar mit einem Boykott der Weltmeisterschaft.
Infantino dürfte die Unterstützung aus der arabischen Welt daher gelegen kommen. "Wir bekunden (…) unsere uneingeschränkte Unterstützung für Herrn Gianni Infantino, den Präsidenten der FIFA, und bekräftigen unser Vertrauen in seine Führung und sein anhaltendes Engagement für die Entwicklung des Fußballs weltweit", heißt es in der gemeinsamen Erklärung der sechs Verbände.