Gefesselte Mumie in Peru entdeckt

Der Archäologe Pieter Van Dalen Luna, Leiter des archäologischen Projekts Cajamarquilla, zeigt die Mumie, die auf ein Alter zwischen 800 und 1200 Jahren geschätzt wird.
Der Archäologe Pieter Van Dalen Luna, Leiter des archäologischen Projekts Cajamarquilla, zeigt die Mumie, die auf ein Alter zwischen 800 und 1200 Jahren geschätzt wird.CRIS BOURONCLE / AFP / picturedesk.com
Die Forscher erhoffen sich durch die Mumie mehr über die indigenen Völker zu erfahren, die vor dem Aufstieg des Inkareiches in der Fundregion lebten.

Archäologen in Peru haben Anfang November eine bis zu 1.200 Jahre alte Mumie entdeckt. Es handle sich mutmaßlich um einen zum Todeszeitpunkt 18 bis 22 Jahre alten Mann, teilten die Archäologen mit. Die Mumie sei mit einem Seil gefesselt und halte ihre Hände vor das Gesicht. Dies entspreche den in der bergigen Andenregion beliebten Bestattungspraktiken. Es sei ein "ungewöhnlicher und einzigartiger" Fund, sagte der leitende Archäologe Pieter Van Dalen.

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Die Mumie sei vermutlich zwischen 800 und 1200 nach Christus begraben worden, sagte er. Insofern sei sie mindestens 800 Jahre alt. Sie wurde in einer 3 mal 1,4 Meter großen Grabkammer in 1,4 Metern Tiefe auf der Ausgrabungsstätte Cajamarquilla rund 24 Kilometer östlich der Hauptstadt Lima gefunden.

Hinweise auf Leben in vorspanischer Zeit

Die Forscher hoffen, durch die Untersuchung des Grabes und seines Bewohners mehr über die indigenen Gemeinschaften zu erfahren, die vor dem Aufstieg des Inkareiches um 1400 n. Chr. an der peruanischen Küste lebten. Wie Van Dalen Luna gegenüber CNN erklärt, "wirft die Entdeckung dieses Bewohners ein neues Licht auf das Leben in der vorspanischen Zeit", bevor die Spanier im 16. Jahrhundert in die Region einfielen. 

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Meerschweinchen, Hund, Mais, Gemüse

Im Gespräch mit der Nachrichtenagentur Reuters fügt der Archäologe hinzu, dass die Forscher hoffen, mit Hilfe von Radiokarbon-Datierungen eine "genauere Chronologie" des Lebens der Person zu erhalten.

Neben der Mumie entdeckten die Archäologen das Skelett eines Meerschweinchens sowie vermutlich eines Hundes, wie die Forscher der Universität San Marcos weiter mitteilten. Auch Spuren von Mais und anderem Gemüse fanden sich in der Grabkammer.

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Cajamarquilla sei eine große Siedlung mit 10.000 bis 20.000 Einwohnern gewesen, sagte Van Dalen. Die Stadt sei um 200 vor Christus entstanden und bis etwa 1500 bewohnt gewesen.

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