Gibt es bald einen neuen 9. Planeten?

Die Planeten unseres Sonnensystems: Merkur, Venus, Erde, Mars, Jupiter, Saturn, Uranus, Neptun. Die Suche nach einer neuen Nummer 9 läuft.
Die Planeten unseres Sonnensystems: Merkur, Venus, Erde, Mars, Jupiter, Saturn, Uranus, Neptun. Die Suche nach einer neuen Nummer 9 läuft.Getty Images
Nachdem Pluto kein offizieller Planet unseres Sonnensystems mehr ist, wird eifrig nach Ersatz gesucht - und jetzt vielleicht gefunden.

"Mein Vater erklärt mir jeden Sonntag unsere neun Planeten" - so lautete der Merksatz, bei dem die Anfangsbuchstaben der Wörter den Anfangsbuchstaben von Merkur, Venus, Erde, Mars, Jupiter, Saturn, Uranus, Neptun und Pluto entsprachen - bis 2006. Denn da wurde Pluto der Planetenstatus von der Internationalen Astronomischen Union (IAU) aberkannt. Damit schrumpfte die Zahl der Planeten in unserem Sonnensystem von neun auf acht.

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Die Suche nach Planet 9

Forscher gehen allerdings davon aus, dass die Gruppe der Planeten irgendwann wieder Zuwachs bekommen wird, die Suche nach Planet Nummer 9 läuft. Auch der renommierte britische Astronom und emeritierte Professor für Astrophysik am Imperial College London, Michael Rowan-Robinson, beteiligt sich an der Suche – und hat nun in Jahrzehnte alten Unterlagen weiterführende Beobachtungen gemacht.

Denn das Weltraumteleskop IRAS hat möglicherweise bereits vor fast 40 Jahren einen neunten – damals zehnten – Planeten im Sonnensystem abgebildet. IRAS war das erste Infrarot-Weltraumteleskop für das mittlere und ferne Infrarot.

3 bis 5 Mal größer als die Erde

Der Astronom untersuchte Hunderte von Quellen in den Daten, jedoch weckten drei Beobachtungen im Juni, Juli und September 1983 sein größtes Interesse. Die Beobachtungen legten nahe, dass der neue Planet drei- bis fünfmal größer als die Erde sein könnte. Er könnte die Sonne in etwa 225-facher Entfernung von unserem Heimatplaneten umkreisen.

Darauf hat Rowan-Robinson drei Bildpunkte entdeckt, die "definitiv interessante Kandidaten für Planet 9" sind, wie er nun schreibt. Rowan-Robinson gab zu, dass die Beobachtungen nicht von hoher Qualität seien. Dies liege daran, dass die Himmelsregion, in der sie aufgenommen wurden, aus Gasfäden (Cirrus) besteht. Diese wolkenartigen Gase machen es schwierig, die Beobachtungen klar zu lesen.

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Er empfahl Astronomen auch, die Umlaufbahnen von Zwergplaneten jenseits von Pluto zu überprüfen. Diese Kontrollen könnten möglicherweise die Beobachtungen erklären, die er beobachtete.

Aber bis dahin kann man sich mit einem neuen Merkspruch die acht sicheren Planeten einprägen: "Mein Vater erklärt mir jeden Sonntag unseren Nachthimmel" - Merkur, Venus, Erde, Mars, Jupiter, Saturn, Uranus, Neptun.

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