Erster Planet außerhalb der Milchstraße entdeckt

Die Illustration zeigt den Planeten, den die NASA vermutlich entdeckt hat.
Die Illustration zeigt den Planeten, den die NASA vermutlich entdeckt hat.NASA
Die NASA hat vermutlich erstmals einen Planeten außerhalb unserer Galaxie entdeckt. Jetzt hofft man auf weitere Entdeckungen von Exoplaneten.

Es gibt offenbar Hinweise auf einen Planeten außerhalb der Milchstraße. Die Entdeckung machte das 1999 lancierte Röntgenteleskop Chandra X-Ray in der Galaxie Messier 51, kurz M51. Diese wird wegen ihrer Erscheinung auch "Whirlpool-Galaxis" genannt. Das Entdecker-Teleskop Chandra wurde 1999 in die Umlaufbahn befördert.

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Bisher wurden Exoplaneten – also Planeten außerhalb unseres Sonnensystems – ausschließlich in unserer eigenen Galaxis entdeckt, lagen also weniger als 3000 Lichtjahre von der Erde entfernt in der Milchstraße. Der neu entdeckte Planet ist hingegen laut der NASA rund 28 Millionen Lichtjahre von der Erde weg, was einem mehrtausendfachen der bisherigen Maximalentfernung entspricht.

Anhand der Röntgenstrahlung gefunden

Für ihre Entdeckung nutzten die Wissenschaftler und Wissenschaftlerinnen eine neue Methode. Bisher wurden alle Exoplaneten dadurch gefunden, dass sie jeweils kleine Lichteinbrüche bei "ihrem" Stern verursachten, wenn sie vor diesem vorüberflogen. Aus den Charakteristiken dieser Lichtveränderungen konnten Rückschlüsse auf Größe und Entfernung des Himmelskörpers gezogen werden. Der nun mutmaßlich entdeckte Planet hingegen wurde aufgrund von Einbrüchen bei der Röntgenstrahlung gefunden.

Bestätigung erst in rund 70 Jahren möglich

"Wir versuchen, ein ganz neues Feld für die Suche nach anderen Welten zu erschließen, indem wir bei Röntgenwellenlängen nach Planetenkandidaten suchen", erklärt Studienleiterin Rosanne Di Stefano vom Center for Astrophysics am Harvard & Smithsonian (CfA) in Cambridge, Massachusetts, zur neuen Studie. "Dies ermöglicht es uns, Exoplaneten auch in anderen Galaxien zu finden." Der nun entdeckte Planet in der Whirlpool-Galaxis verdunkelte ein Schwarzes Loch oder einen Neutronenstern, der geschätzte 20-mal größer ist als unsere Sonne.

Um diese Beobachtung eines neuen Exoplaneten allerdings zu bestätigen, müsste allerdings ein weiterer Vorbeiflug beobachtet werden. Und da der Orbit des Forschungsobjektes um seinen Stern rund 70 Jahre dauert, müssten die Forschenden dafür viel Geduld aufbringen. "Leider müssten wir für die Bestätigung dafür, dass wir einen Planeten gesehen haben, einen weiteren Transit sehen", sagt Mitautorin Nia Imara. "Und wegen der Unsicherheit bezüglich der Dauer des Orbits wüssten wir nicht, wann wir genau hinschauen müssen."

Stürmische Vergangenheit, bedrohliche Zukunft

Falls der neu entdeckte Planet in M51 tatsächlich existiert, hätte er laut NASA eine "stürmische und gewaltsame" Vergangenheit: Er müsste eine Supernova-Explosion überlebt haben, die den Neutronenstern oder das Schwarze Loch in der Galaxis erschaffen hatte. Auch die Zukunft des Himmelskörpers wäre laut den Forschenden unsicher: Irgendwann könnte auch der Stern im System explodieren und den Planeten mit extrem hoher Strahlung treffen.

Exoplaneten oder extrasolare Planeten sind Himmelskörper außerhalb unseres Sonnensystems, die der Schwerkraft eines anderen Sterns oder Braunen Zwerges unterworfen sind und um diesen kreisen. Obwohl man ihre Existenz seit den 80er-Jahren vermutete, konnten die ersten Exoplaneten erst 1992 zweifelsfrei identifiziert werden. Die erste definitive Entdeckung eines Exoplaneten in einem Orbit um einen Stern ähnlich der Sonne wurde 1995 von Forschern der Universität Genf mit Hilfe der Radialgeschwindigkeitsmethode gemacht. Bisher wurden über 4.800 Exoplaneten bestimmt – allerdings dürften die allerwenigsten davon Bedingungen bieten, die Leben ermöglichen.

Die Forscher und Forscherinnen sind jedoch zuversichtlich, anhand der von Chandra gesammelten Daten weitere Planeten entdecken zu können. Das Teleskop sammelte Daten von mindestens 20 Galaxien, darunter solche, die wesentlich näher liegen und kürzere Transit-Zeiten eines Planeten erkennbar machen würden.

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