Peter Pan ist der Junge, der niemals erwachsen werden will. Eine seiner größten Fans dürfte ihm zumindest in Sachen Ausdauer Konkurrenz machen.
Die 26-jährige Toni sorgt derzeit mit ihren Besuchen im Disneyland in Kalifornien für Millionen Klicks. Unter dem Namen "babytoni99" veröffentlicht sie Aufnahmen ihrer Begegnungen mit den verschiedenen Darstellern von Peter Pan.
Das wäre an sich nichts Außergewöhnliches. Schließlich gehören Treffen mit Disney-Figuren zum Konzept des Freizeitparks.
Bei Toni gibt es allerdings einen entscheidenden Unterschied: Sie macht das offenbar schon seit rund zehn Jahren.
Auf ihren Kanälen finden sich zahlreiche Begegnungen mit Peter Pan aus verschiedenen Jahren. Toni bringt den Darstellern Geschenke mit, unterhält sich mit ihnen und begleitet sie teilweise durch den Park.
Nun wurden ältere und neuere Aufnahmen wieder ausgegraben und auf TikTok verbreitet. Ein Video erreichte laut "New York Post" mehr als 24 Millionen Aufrufe.
Damit begann der Shitstorm.
Ein Teil der Nutzer wirft Toni vor, die Darsteller regelrecht zu verfolgen. Besonders eine Aufnahme sorgt für Diskussionen: Darin läuft sie einem Peter-Pan-Darsteller längere Zeit hinterher, während dieser durch den Park geht.
Im Hintergrund warten teilweise andere Besucher und Kinder darauf, ebenfalls mit der Disney-Figur interagieren zu können.
Online gingen die Vorwürfe schnell so weit, dass Toni von einigen Nutzern als "Peter Pan Stalker" bezeichnet wurde. Manche fordern sogar, Disneyland müsse einschreiten und seine Mitarbeiter besser vor übergriffigen Gästen schützen.
Doch inzwischen gibt es auch heftigen Gegenwind gegen den Internet-Pranger.
Disney-Fans, Influencer und ehemalige Mitarbeiter des Konzerns verteidigen die 26-Jährige. Sie weisen unter anderem darauf hin, dass Toni über die Jahre mit verschiedenen Darstellern interagiert habe.
Ihre Begeisterung richte sich demnach weniger auf einen bestimmten Mann als auf die Figur Peter Pan selbst.
Auch die Interpretation einzelner Videos wird kritisiert. Disney-Darsteller haben schließlich die Aufgabe, während ihrer Begegnungen mit Besuchern in ihrer Rolle zu bleiben. Außenstehende könnten deshalb anhand kurzer Ausschnitte kaum beurteilen, ob sich ein Mitarbeiter tatsächlich unwohl gefühlt habe.
Der Fall hat damit längst eine größere Diskussion ausgelöst. Im Zentrum stehen sogenannte "Disney Adults" – erwachsene Fans, für die Disney-Filme, Figuren und Freizeitparks auch lange nach ihrer Kindheit einen wichtigen Teil ihres Lebens darstellen.
Toni gehört offenbar schon lange zu dieser Community. Aufnahmen ihrer Peter-Pan-Begeisterung reichen laut US-Medien ungefähr ein Jahrzehnt zurück.
Was für die eine Seite einfach außergewöhnlich leidenschaftliches Fan-Sein ist, überschreitet für die andere längst eine Grenze.
Und ausgerechnet Peter Pan steht nun mitten in einer Debatte darüber, wann erwachsene Fans vielleicht doch ein bisschen erwachsener werden sollten.