Spanien rang im Finale erschreckend harmlose Argentinier durch den Siegtreffer von Ferran Torres in der 106. Minute mit 1:0 nach Verlängerung nieder, die Iberer krönten sich zum zweiten Mal nach 2010 zum Weltmeister. Und stießen die Argentinier rund um Star Lionel Messi, die angetreten waren, um den WM-Titel zu verteidigen, vom Thron. Am Ende flossen dann die Tränen.
Bei Torres´ Siegtreffer stand einer bereits nicht mehr auf dem Platz – und das unfreiwillig: Enzo Fernandez. Der hatte im so hart geführten Spiel in der Nachspielzeit die gelb-rote Karte gesehen (90+3.). Und das hochverdient, nachdem der Mittelfeldspieler zuvor Spaniens Abwehr-Juwel Pau Cubarsi ausgehebelt hatte.
Einige Stunden mussten nach dem so knapp verlorenen WM-Finale vergehen, aber nun meldete sich Fernandez erstmals selbst zu Wort, schrieb ein emotionales Posting auf Instagram. "Mit der Zeit erkennt man, dass es um weit mehr geht als nur um Ergebnisse", schrieb der 25-jährige Chelsea-Legionär. Er selbst habe in den letzten Jahren stets alles gegeben, um sein Team bestmöglich zu vertreten. Die Mannschaft habe gezeigt, "dass es beim Wettkampf nicht nur ums Gewinnen geht, sondern darum, alles für das Trikot zu geben und niemals aufzugeben", so der argentinische Teamkicker.
Dem freilich klar ist, dass nun ein Umbruch folgt, das Team kräftig umgekrempelt werden wird. "Es war ein Privileg, Teil einer Gruppe zu sein, die stets zur Stelle war, auf höchstem Niveau spielte und diese Farben mit Stolz, Bescheidenheit und Hingabe verteidigt hat", ergänzte der 25-Jährige.
Danach bedankte sich Fernandez bei den argentinischen Fans: "Ihr gebt uns überall auf der Welt das Gefühl, zu Hause zu sein."
An seiner Zukunft ließ Fernandez allerdings keinen Zweifel. Das Nationaltrikot Argentiniens zu tragen, sei "die größte Ehre meiner Karriere. Und ich werde weiterhin immer alles geben, wenn ich es verteidigen darf."