Mehr Geld für Bildung

Armutskonferenz fordert "Chancenindex" für Schulen

Die Armutskonferenz möchte aus dem Pilotprojekt jetzt Realität werden lassen. Demnach sollen rund 1.100 Schulen mehr Ressourcen bekommen.

Lukas Leitner
Armutskonferenz fordert "Chancenindex" für Schulen
Zwei 12-Jährige drohten Schule in Wien anzuzünden. Sie wurden suspendiert.
Getty Images (Symbolbild)

Die Armutskonferenz fordert eine sofortige Umsetzung des "Chancenindex". Dadurch sollten Schulen, welche besondere Herausforderungen haben, Zugang zu mehr Ressourcen bekommen. Ein Pilotprojekt mit 100 Schulen gibt es dazu bereits. Das sei aber zu wenig, heißt es vom Diakonie-Sozialexperte Martin Schenk bei einer Pressekonferenz am Mittwoch.

"Ich glaube, wir brauchen keine Pilotprojekte mehr", betont er weiter. Aus anderen Ländern würde man bereits wissen, was funktioniert und was nicht. Laut Schenk müsse man jetzt einfach handeln.

Was macht der Index?

Der "Chancenindex" soll die Einkommen und die Bildung der Eltern erfassen. Dadurch soll der soziale Status der Schüler an den jeweiligen Schulstandorten ermittelt werden. Auf dieser Grundlage können dann zusätzliche Mittel an die Schulen verteilt werden. Laut den bereits vorhandenen Modellen würden in Österreich 17 Prozent der Pflichtschulen davon betroffen sein. Dabei handelt es sich um 1.100 Bildungseinrichtungen.

Das Geld bekommen die Schulen aber weder automatisch noch einfach so. Sie sollte zuerst ein Konzept entwickeln, indem gezeigt wird, wie die zusätzlichen Mittel sinnvoll eingesetzt werden können. Öffentliche Rankings sollte es aber nicht geben, denn diese würden laut Schenk nur dazu führen, Schwächere zu beschämen, anstatt sie zu stärken.

Soziale Ungleichheit im Unterricht

Weiteres müsse man in diesem Zuge auch die Themen Armut, Reichtum und soziale Ungleichheit im Unterricht behandeln, heißt es von Herbert Pichler, Fachdidaktiker für Geografie und wirtschaftliche Bildung an der Uni Wien. Das sei aber ein schwieriges Thema. Deshalb habe man bereits einen Leitfaden für achtsamen Unterricht erarbeitet.

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Auf den Punkt gebracht

  • Die Armutskonferenz fordert die sofortige Umsetzung des "Chancenindex", um Schulen mit speziellen Herausforderungen mehr Ressourcen zukommen zu lassen und betont, dass Pilotprojekte nicht mehr ausreichen, sondern direktes Handeln notwendig sei
  • Der "Chancenindex" soll den sozialen Status der Schüler anhand der Einkommen und Bildung ihrer Eltern ermitteln und basierend darauf zusätzliche Mittel an Schulen verteilen, wobei öffentliche Rankings vermieden werden sollen, um die Schwächeren nicht zu stigmatisieren
  • Außerdem wird betont, dass auch die Themen Armut, Reichtum und soziale Ungleichheit im Unterricht behandelt werden sollten, wofür bereits ein Leitfaden für achtsamen Unterricht erstellt wurde
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