Noch bevor die Darts-WM in London in die heiße Phase geht, fliegen im Alexandra Palace bereits zwischen der Top-Favoriten die Fetzen. Titelverteidiger Gerwyn Price zeigte sich nach seiner überstanden Zweitrunden-Partie zuversichtlich. Der ehemalige Rugby-Profi sagte voraus, dass er erneut in den Final einziehen werde und dort mit Michael van Gerwen den zweitbesten Spieler der Welt schlagen werde.
Das passt der ehemaligen Weltnummer 1 aus den Niederlanden aber so gar nicht. "Er hat mit einer Sache recht, nämlich gegen mich im Final zu spielen, aber die andere Sache ist absoluter Blödsinn", feuerte der dreifache Weltmeister zurück. "Wir alle wissen, dass er sehr eingebildet ist, aber tief in seinem Herzen weiß er, dass, wenn ich mein Spiel spiele, alle von mir abhängig sind und nicht einmal in meinem Schatten stehen dürfen."
Dabei blickt van Gerwen auf eine missglückte Saison zurück. Zum ersten Mal seit zehn Jahren konnte der 32-Jährige bei keinem einzigen Major-Turnier triumphieren. Dadurch musste der langjährige Darts-Dominator auch in der Weltrangliste etwas Federn lassen, aktuell ist "Mighty Mike" nur noch die Nummer 3 der Welt.
Und trotzdem ist es bereits das zweite Mal, dass van Gerwen während dieser WM seinem Unmut öffentlich Luft verschaffte. Vor seiner Partie in der 2. Runde gegen Chas Barstow (3:1) fehlten auf der Bühne plötzlich die Pfeile des Niederländers. Ein Mitarbeiter des Verbandes hatte vergessen, diese auf dem Tisch des Ex-Weltmeister zu platzieren. "So etwas habe ich noch nie erlebt, und schon gar nicht bei der Weltmeisterschaft", wütete van Gerwen. "Ein wirklich dämlicher Fehler von den Leuten hier. Das sind Amateure!"
Ein weiterer ehemaliger Champion sorgte am Montag für positive Schlagzeilen. Van Gerwens Landsmann Raymond van Barneveld kehrte nach einjähriger Pause zurück auf die Bühne des "Ally Pally". Gegen Lourence Ilagan siegte Barney in der 1. Runde ohne Probleme mit 3:0. Eigentlich hatte der 54-Jährige im Dezember 2019 seine Karriere beendet.