Paris St.-Germain verteidigt den Titel in der Champions League. Die Franzosen fuhren am Samstag in Budapest einen Krimi-Sieg im Elfmeterschießen (5:4) gegen die Nordlondoner, den englischen Meister, ein. Kai Havertz hatte für die Engländer zunächst genetzt (6.), Ousmane Dembele in der 65. Minute vom Elfmeterpunkt ausgeglichen.
Die Strafstoß-Entscheidung nach gut einer Stunde war unstrittig. Cristhian Mosquera hatte PSG-Ass Kvicha Kvaratskhelia im Sechzehner zu Fall gebracht (62.). Siebert zeigte sofort und ohne Betrachten der TV-Bilder auf den Punkt. "Das ist die absolut richtige Entscheidung. Und es ist stark, das in Realgeschwindigkeit zu sehen", lobte der deutsche Ex-Schiedsrichter und nunmehrige TV-Experte Torsten Kinhöfer im "ZDF".
Kniffliger wurde es in der Verlängerung (102.). In einem Zweikampf mit Nuno Mendes kam Arsenals Noni Madueke im Strafraum zu Fall, die Londoner tobten, Siebert ließ weiterspielen und verwarnte Coach Mikel Arteta sowie Declan Rice nach lautstarken Protesten.
"Ich habe es mir noch einmal angeschaut. Man kann da locker einen Elfmeter geben. Der Schiedsrichter hat diese Entscheidung getroffen. Er hat davor bei Mosquera eine andere Entscheidung getroffen", erklärte Arsenal-Trainer Arteta nüchtern nach dem Spiel, sah also eine Fehlentscheidung.
Kinhöfer stützte derweil seinen Landsmann: "Ein Gerangel. Ich gehe konform mit ihm. Das ist in der Verlängerung eines Finals kein Strafstoß. Beide halten, beide zerren."
Besonders kurios ist allerdings: Auch wenn der 42-jährige Siebert das wichtigste Spiel im europäischen Klubfußball geleitet hat, werden wir den Deutschen nicht bei der Weltmeisterschaft sehen. Dafür wurde der Unparteiische nicht von der FIFA nominiert, stattdessen Landsmann Felix Zwayer.