Die Ermittlungen gegen einen Grazer Internisten nehmen weiter an Brisanz zu. Die Staatsanwaltschaft Graz teilte am Montag mit, dass sich unter den bisher bekannten Opfern zumindest eine minderjährige Person befindet.
Gegen den über 60-jährigen Mediziner wird bereits seit Herbst 2025 ermittelt. Ausgelöst wurden die Untersuchungen durch ein Rechtshilfeersuchen aus der Schweiz. Der Arzt soll neben seiner Tätigkeit in Graz auch eine Praxis in der Schweiz betrieben haben.
Derzeit beschäftigen sich die Ermittler weiterhin mit der Auswertung zahlreicher sichergestellter Datenträger. Nach Angaben der Staatsanwaltschaft wurde ein Großteil des Materials bereits gesichtet. Die Ermittlungen seien jedoch noch nicht abgeschlossen.
Auf den Datenträgern sollen laut "Kronen Zeitung" auch weitere Personen zu sehen sein, deren Identität bislang nicht geklärt werden konnte. Wie viele mögliche Opfer insgesamt betroffen sein könnten, lasse sich derzeit noch nicht beziffern.
Der Fall wurde bekannt, nachdem sich laut Medienberichten eine Betroffene an die Öffentlichkeit gewandt hatte. Seither suchen die Behörden nach weiteren möglichen Opfern.
Dem Internisten wird vorgeworfen, Patientinnen über Jahre hinweg in seiner Privatordination sexuell missbraucht und heimlich gefilmt zu haben. Nach bisherigen Ermittlungen soll er Frauen teilweise sediert und die Taten aufgezeichnet haben. Zahlreiche Fotos und Videos sollen sichergestellt worden sein, berichtet die Tageszeitung.
Bist du von Gewalt betroffen? Hier findest du Hilfe
Frauenhelpline (rund um die Uhr, kostenlos): 0800 222 555
Männernotruf (rund um die Uhr, kostenlos): 0800 246 247
Rat auf Draht: 147
Autonome Frauenhäuser: 01/ 544 08 20
Polizei-Notruf: 133
Hier weiterlesen: Expertin gibt konkrete Tipps: Kontrolle, Eifersucht - wann der Alarm schrillen sollte >
Die betroffenen Frauen sollen sich dabei außerhalb der regulären Ordinationszeiten in der Praxis aufgehalten haben. Zu diesen Zeitpunkten sei laut den Ermittlungen keine Sprechstundenhilfe anwesend gewesen.
Derzeit sind nach Angaben der Behörden acht mutmaßliche Opfer bekannt. Die Polizei geht jedoch davon aus, dass weitere Betroffene existieren könnten und ersucht diese, sich zu melden.
Der Beschuldigte darf seinen Beruf mittlerweile nicht mehr ausüben. Bei seiner Einvernahme bestritt er die Vorwürfe. Er gab an, sein Handeln sei medizinisch begründet gewesen und die Aufnahmen seien mit den betroffenen Frauen abgesprochen worden.