Taten heimlich gefilmt

Arzt missbrauchte Patientinnen – Opfer war minderjährig

Im Fall eines Internisten, gegen den wegen mutmaßlichen Missbrauchs ermittelt wird, steht nun fest: Mindestens eines der Opfer war minderjährig.
André Wilding
15.06.2026, 12:55
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Die Ermittlungen gegen einen Grazer Internisten nehmen weiter an Brisanz zu. Die Staatsanwaltschaft Graz teilte am Montag mit, dass sich unter den bisher bekannten Opfern zumindest eine minderjährige Person befindet.

Gegen den über 60-jährigen Mediziner wird bereits seit Herbst 2025 ermittelt. Ausgelöst wurden die Untersuchungen durch ein Rechtshilfeersuchen aus der Schweiz. Der Arzt soll neben seiner Tätigkeit in Graz auch eine Praxis in der Schweiz betrieben haben.

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Datenträger sichergestellt

Derzeit beschäftigen sich die Ermittler weiterhin mit der Auswertung zahlreicher sichergestellter Datenträger. Nach Angaben der Staatsanwaltschaft wurde ein Großteil des Materials bereits gesichtet. Die Ermittlungen seien jedoch noch nicht abgeschlossen.

Auf den Datenträgern sollen laut "Kronen Zeitung" auch weitere Personen zu sehen sein, deren Identität bislang nicht geklärt werden konnte. Wie viele mögliche Opfer insgesamt betroffen sein könnten, lasse sich derzeit noch nicht beziffern.

Missbraucht und heimlich gefilmt

Der Fall wurde bekannt, nachdem sich laut Medienberichten eine Betroffene an die Öffentlichkeit gewandt hatte. Seither suchen die Behörden nach weiteren möglichen Opfern.

Dem Internisten wird vorgeworfen, Patientinnen über Jahre hinweg in seiner Privatordination sexuell missbraucht und heimlich gefilmt zu haben. Nach bisherigen Ermittlungen soll er Frauen teilweise sediert und die Taten aufgezeichnet haben. Zahlreiche Fotos und Videos sollen sichergestellt worden sein, berichtet die Tageszeitung.

Bist du von Gewalt betroffen? Hier findest du Hilfe

Frauenhelpline (rund um die Uhr, kostenlos): 0800 222 555

Männernotruf (rund um die Uhr, kostenlos): 0800 246 247

Rat auf Draht: 147

Autonome Frauenhäuser: 01/ 544 08 20

Polizei-Notruf: 133

Hier weiterlesen: Expertin gibt konkrete Tipps: Kontrolle, Eifersucht - wann der Alarm schrillen sollte  >

Die betroffenen Frauen sollen sich dabei außerhalb der regulären Ordinationszeiten in der Praxis aufgehalten haben. Zu diesen Zeitpunkten sei laut den Ermittlungen keine Sprechstundenhilfe anwesend gewesen.

Acht Opfer bekannt

Derzeit sind nach Angaben der Behörden acht mutmaßliche Opfer bekannt. Die Polizei geht jedoch davon aus, dass weitere Betroffene existieren könnten und ersucht diese, sich zu melden.

Der Beschuldigte darf seinen Beruf mittlerweile nicht mehr ausüben. Bei seiner Einvernahme bestritt er die Vorwürfe. Er gab an, sein Handeln sei medizinisch begründet gewesen und die Aufnahmen seien mit den betroffenen Frauen abgesprochen worden.

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