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Arzt verweigert Behandlung, weil Mann nicht geimpft ist

Als ein Wiener vorige Woche bei einem Arzt in Favoriten war, wurde ihm die Behandlung verweigert. Der Grund: Er ist bislang noch nicht geimpft.

Maxim Zdziarski
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    Martina war als "Team Österreich"-Helferin im Einsatz und ist nun von der Behandlung ihres Mannes enttäuscht.
    Martina war als "Team Österreich"-Helferin im Einsatz und ist nun von der Behandlung ihres Mannes enttäuscht.
    Leserreporter

    Schock für ein Wiener Ehepaar aus Favoriten: Der 57-jährige Wolfgang (Name von der Redaktion geändert) besuchte letzten Freitag die Diabetes Ambulanz des Gesundheitszentrums Favoriten. Als er vor Ort auf seine Behandlung wartete, wurde ihm im Anschluss eine künftige Behandlung vor Ort verwehrt.

    "Die haben allen Ernstes zu meinem Mann gesagt, wenn er sich nicht gegen Corona impfen lässt, würde er künftig nur noch telefonisch behandelt werden", so Wolfgangs Gattin Martina (Name von der Redaktion geändert). Auf Nachfrage hätte man ihrem Mann mitgeteilt, er würde so andere Patienten gefährden.

    Der zuckerkranke 57-Jährige leidet zudem an Psoriasis (Schuppenflechte) und ist aufgrund dessen im Bezug auf die Corona-Schutzimpfung noch unentschlossen. Er selbst halte sich eigenen Angaben zufolge streng an die vorgeschriebenen Covid-Regeln: "Ich möchte allerdings mit der Impfung noch etwas warten", erzählt der Wiener.

    Seine verärgerte Frau beschloss nach der erschütternden Ansage des Oberarztes in der Ambulanz telefonisch das Gespräch zu suchen. Doch auch da wurde sie bitter enttäuscht: "Die Dame am Telefon meinte, wenn ich oder mein Mann uns nicht impfen lassen, wir in den kommenden sechs Monaten sicherlich an Corona erkranken würden."

    "Telemedizin zum Schutz der Patienten"

    "Heute" fragte bei der Österreichischen Gesundheitskasse nach, was es mit der telefonischen Behandlung auf sich hat. Eine Pressesprecherin bestätigte, dass im besagten Gesundheitszentrum Favoriten Risikopatienten behandelt werden und man ihnen deshalb empfiehlt, sich ehestmöglich impfen zu lassen. 

    "Seit Beginn der Pandemie wurden Patienten unter strengen Schutzmaßnahmen behandelt. Bereits seit vergangenen Sommer kann das volle Leistungsspektrum wieder angeboten werden. Wo möglich – etwa zur Befundbesprechung oder bei Beratungsgesprächen – wurde zum Schutz der Patienten auf Telemedizin umgestellt. Das wurde von ihnen auch sehr gut angenommen", heißt es in der Stellungnahme der ÖGK.