AUA-Flieger hob kurz vor abgeschossener Boeing ab

Knapp zwei Stunden vor dem ukrainischen Passagier-Jet hob auch eine Maschine der Austrian Airlines in Teheran ab – auf der selben Route wie Todesflug PS752.

Bei dem tragischen Flugzeugabsturz am Mittwoch nahe Teheran sind alle 176 Insassen der Maschine getötet worden. Kurz darauf tauchten Videoaufnahmen auf, die zeigten, wie die Boeing 737-800 in der Luft von einer Rakete getroffen wird. Mittlerweile hat die iranische Regierung zugegeben: Flug PS752 war vom Militär "aus Versehen" abgeschossen worden.

"Da ist einer durchgedreht und hat den Knopf gedrückt", ist sich Mauro Mantovani, Sicherheitsexperte an der Militärakademie der ETH Zürich sicher. Gegenüber dem Nachrichtenportal "20 Minuten" erklärt er, dass ein ziviles Großraumflugzeug auch auf dem Radar ein völlig anderes Erscheinungsbild habe, als ein Marschflugkörper. Zudem sei es, insbesondere in der Startphase, viel langsamer als eine Rakete im Zielanflug.

Wie es dazu kommen konnte, müssen die weiteren Ermittlungen zeigen, die von der internationalen Staatengemeinschaft mit Argus-Augen überwacht werden. Klar ist aber, dieses "menschliche Versagen" hätte jede Maschine, die an diesem Tag vom Imam Khomeini International Airport (IKA) gestartet war, treffen können – auch Flug OS872 der Austrian Airlines.

Der Passagierjet mit Ziel Wien war eines von neun Flugzeugen, die am Mittwoch noch vor der ukrainischen Maschine abhoben. OS872 startete planmäßig rund zwei Stunden vor dem tödlichen Unglück. Der Iran argumentiert, dass sich die Boeing einer Militärbasis näherte, dabei unterschieden sich die Routen sämtlicher Flieger an diesem Tag nicht von Flügen in den Monaten zuvor. Auch die Transponder-Daten von Flug PS752 zeigten laut "FlightRadar24" keine Anomalie.

Die einzige Unregelmäßigkeit war, dass die Boeing 737-800 laut Flugplan rund eine Stunde früher abheben hätte sollen. Laut "Bild" kam es zu der Verspätung, weil noch Gepäckstücke von zwei Passagieren, die nicht an Bord gegangen waren, wieder ausgeladen werden mussten. Allerdings waren auch andere Flüge in dieser Nacht später als geplant gestartet.

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