Vier Festnahmen nach Überfall auf AUA-Airbus

Nach dem spektakulären Raubüberfall auf eine AUA-Maschine am Flughafen in Tirana kommen nun weitere Details ans Licht. Täter erbeuteten 10 Millionen Euro. Sie sind flüchtig.
Fünf mit Kalaschnikow-Sturmgewehren und Handgranaten bewaffnete Räuber überfielen am Dienstagabend in Tirana eine AUA-Maschine und erbeutete dabei rund 10 Millionen Euro an Bargeld - "heute.at" berichtete hier. Einer der Räuber starb bei einem Feuergefecht mit Sicherheitskräften, die übrigen vier sind noch auf der Flucht. Flugpassagiere wurden nicht verletzt.

Die flüchtigen Täter sind laut albanischen Behörden inzwischen identifiziert. Vier Festnahmen gab es noch in der Nacht auf Dienstag. Die Täter dürften über Insider-Informationen über Abläufe und Sicherheitsvorkehrungen am Flughafen gehabt haben. Unbestätigten Berichten zufolge soll es sich bei dem Toten um den Anführer der Bande handeln.

Präsident kam mit überfallener Maschine nach Tirana

Am Tag nach dem Überfall kommen neue Details rund um den Überfall ans Licht. Demnach war der albanische Präsident Ilir Meta mit der überfallenen Maschine zuvor aus Wien nach Tirana geflogen. Deshalb war das Sicherheitsaufkommen am Flughafen auch höher als sonst.

CommentCreated with Sketch.3 zu den Kommentaren Arrow-RightCreated with Sketch. Meta hatte sich in Wien mit Vertretern der OSZE getroffen. Wegen seiner Ankunft waren zahlreiche bewaffnete Sicherheitskräfte am Flughafen Tirana.



Die Räuber hatten sich als Zoll-Mitarbeiter ausgegeben und waren dafür in alten türkischen Uniformen gekleidet, wie albanische Medien Berichten. Mit Sturmgewehren und Handgranaten bedrohten sie die Mitarbeiter und erbeuteten 10 Millionen Euro aus dem Frachtraum des Fliegers.

Räuber von eigenen Komplizen umgebracht?

Bei einem anschließenden Schusswechsel wurde offenbar einer der Räuber angeschossen. Ob er an den Kugeln der Sicherheitskräfte starb oder gar von seinen eigenen Komplizen umgebracht wurde, ist noch unklar. Nach einer ersten Flucht in einem weißen Lieferwagen ließen die Räuber ihren Toten zurück und zündeten das erste Fluchtauto an.

Im weiteren Verlauf sollen einige der Täter auf Fahrrädern geflohen sein. Die Polizei geht davon aus, dass die Bande die Gegend gut kannte. Die Räuber sind weiterhin mit der Beute flüchtig.



Ministerin beschuldigt chinesische Betreiberfirma

Die albanische Infrastrukturministerin Belinda Balluku gab der chinesischer Betreiberfirma des Flughafens die Schuld am blutigen Überfall. Das Unternehmen habe bei den Sicherheitsvorkehrungen gespart, dadurch hätten die bewaffneten Räuber erst auf das Rollfeld gelangen können, sagte sie. "Das zeigt uns, dass der Flughafen auch für andere, noch gravierendere Überfälle verwundbar ist", kritisierte Balluku.

(hos)

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