"Auch Geimpfte können Corona weiterverbreiten"

Ursula Wiedermann-Schmidt im Interview mit Martin Thür.
Ursula Wiedermann-Schmidt im Interview mit Martin Thür.Screenshot ORF
Am Sonntag zu Gast in der "ZiB 2" war Ursula Wiedermann-Schmidt. Sie verabreichte die ersten Corona-Impfungen. Das sagt sie zum Impfstoff.

Am Sonntag war es soweit: auch in Europa wurde mit dem Impfen gegen das Coronavirus begonnen. In Österreich fiel der Startschuss für die Impfungen um 9 Uhr. Die ersten Personen, die den Impfstoff verabreicht bekamen waren drei Frauen und zwei Männer im Alter von über 80 bis 93 Jahren. Sie hatten sich freiwillig als Probanden gemeldet und erhielten die erste von zwei Teilimpfungen. 

Verabreicht hat die Impfungen Univ. Prof. Dr. Ursula Wiedermann-Schmidt, Vorsitzende des nationalen Impfgremiums und Professorin für Vakzinologie (Impfkunde), an der Medizinischen Universität Wien. Auch wenn die ersten Menschen bereits geimpft sind, bleiben bei einigen noch viele Fragen offen: Wie sicher sind die Impfungen? Sind Geimpfte weiterhin infektiös? Auf diese und ähnliche Fragen ging Wiedermann-Schmidt im "ZiB2"-Interview mit Martin Thür ein.

Auch Erkrankte sollen sich impfen lassen

Wiedermann-Schmidt erklärte, was eine Impfung gegen das Coronavirus konkret bedeutet. Der volle Impfschutz schützt geimpfte Personen vor einem schweren Verlauf einer eventuellen Corona-Erkrankung. Allerdings schützt eine Impfung nicht generell vor einer Infektion. Demnach könnten Geimpfte zwar selbst nicht (schwer) erkranken, aber das Virus dennoch zumindest kurzfristig im Körper tragen und weitergeben.

Auch erklärte die Professorin, dass sich daher alle in einem Haushalt lebenden Personen impfen lassen sollten, um die bestmögliche Wirkung zu erzielen und das Ansteckungsrisiko so gering wie möglich zu halten, wenn beispielsweise die geimpfte "Omi zu Besuch" kommt.

Die Professorin merkte ebenso an, dass auch bereits an Corona Erkrankte nicht von der Impfkampagne ausgeschlossen werden sollten. Jene sollen sich sicherheitshalber auch impfen lassen. Man wisse nämlich nicht, wie lange bereits erkrankte Personen immun seien.

"Trotzdem weiter Masken tragen"

Es sei noch nicht klar, wie sehr die Impfung vor einer Weiterverbreitung schützt. Eine Antwort auf diese Frage könne man vermutlich erst in den kommenden Monaten geben, so die Professorin. Konkret bedeutet das, dass Menschen Corona auch nach einer Impfung weitergeben können. Daher soll besonders das geimpfte Gesundheitspersonal auch in Zukunft weiter Masken tragen, um Risikogruppen-Personen nicht anzustecken und zu gefährden. 

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