"Kann ich nicht verstehen"

Auch Müller! Experten rechnen mit Coach Tuchel ab

Riesiger Frust bei England nach dem Halbfinal-Aus gegen Argentinien. Die Experten schossen sich nach der 1:2-Pleite auf Coach Thomas Tuchel ein.
Sport Heute
17.07.2026, 06:23
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England ist raus. Der Traum vom ersten WM-Titel nach 60 Jahren, nach dem Heim-Triumph 1966, ist geplatzt. Im WM-Halbfinale setzte es in Atlanta eine denkwürdige 1:2-Pleite gegen bärenstarke Argentinier. Nachdem Anthony Gordon (55.) England in Führung gebracht hatte, Enzo Fernandez (85.) und Lautaro Martinez (92.) die Partie gedreht hatten.

Danach prasselte eine Welle der Kritik auf Englands Teamchef Thomas Tuchel ein. Er stellte zu früh auf Fünferkette um, agierte viel zu defensiv. Signifikant dabei: England hatte zwischen dem Führungstreffer und dem 2:1 der Argentinier nur zwölf Prozent Ballbesitz. Gerade auf der Insel zählten Kommentatoren und Experten deshalb auch den "Three Lions"-Teamchef an. Hier die Zitate der Experten.

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Die TV-Experten rechnen mit Tuchel ab

Gary Lineker (Ex-Nationalspieler England) scherzt bei "The Rest is Football": "Ich frage mich nur, ob Thomas Tuchel so etwas wie ein deutscher Spion ist – ob wir von Deutschland unterwandert wurden. Ich denke das, weil die Deutschen im Moment selbst nicht besonders gut sind, sie kommen nicht einmal über die Gruppenphase hinaus. Also haben sie vielleicht jemanden eingeschleust. Ich mache natürlich nur Spaß, aber nach dem Kroatien-Spiel hat er doch gesagt: 'Wenn wir verlieren, dann verlieren wir, weil wir aggressiven, offensiven Fußball spielen.' Und dann hat er genau das Gegenteil gemacht, oder nicht?"

Wayne Rooney (Ex-Nationalspieler England) in der BBC: "Wir sind in uns zusammengefallen. Es fing beim Trainer und seinen Entscheidungen an. Die Spielweise war zu passiv. Gegen diese Mannschaft – den Weltmeister – kommt man damit nicht durch. Das war die größte Bewährungsprobe, und wir sind daran gescheitert."

Alan Shearer (Ex-Nationalspieler England) in der BBC: "Es ist etwas anderes, sich gegen Norwegen oder Mexiko zu behaupten. Ihnen fehlt die Qualität, die diese argentinische Mannschaft besitzt – sowohl was die spielerischen Fähigkeiten am Ball angeht als auch die Fähigkeit, den Gegner eiskalt zu bestrafen. Tuchel hat seine Karten sehr, sehr früh ausgespielt – und das ist nach hinten losgegangen."

Chris Sutton (Ex-Nationalspieler England) in der BBC: "Das war eine Coaching-Katastrophe von Thomas Tuchel. Man kann nicht erwarten, 30 Minuten lang gegen die Qualität zu verteidigen, über die Argentinien verfügt. Das geht voll auf die Kappe des Trainers. Er hat die Wechsel vorgenommen. Er agierte zu defensiv – daher stellt sich für mich die Frage: Wie kann man Thomas Tuchel zutrauen, diese Mannschaft voranzubringen?"

Joe Cole (Ex-Nationalspieler England) bei "The Rest is Football": "Ich habe mich nie mit einem deutschen Trainer für England wohlgefühlt. Wir sind England, oder? Ich finde, wir sollten in der Lage sein, einen Engländer als Trainer der englischen Nationalmannschaft zu haben. Ich habe einfach das Gefühl, dass wir darüber nachdenken sollten. Ich denke, es ist in Ordnung, wenn einige der kleineren Nationen jemanden von außen holen, um ihnen bei ihrer Entwicklung zu helfen."

Patrick Vieira (Ex-Nationalspieler Frankreich) bei "The Rest is Football": "Ich finde, es wäre irre, ihn zu feuern und den Trainer zu wechseln. Das war sein erstes großes Turnier. Man muss ihm zumindest die EM geben, um zu sehen, wie weit es gehen kann."

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Thomas Müller (Ex-Nationalspieler Deutschland) bei X: "Ich kann nicht glauben und nicht verstehen, wie sich England nach der Führung verhalten hat. Ich kann nicht verstehen, wie man Argentinien zu einer Flanke nach der nächsten in perfekten Positionen einladen kann."

Mats Hummels (Ex-Nationalspieler Deutschland) bei MagentaTV: "Sie haben sich einfach verbarrikadiert am eigenen Sechzehner. Viel zu früh, vielleicht 20 Minuten später, aber nicht zu so einem frühen Zeitpunkt im Spiel." Zu Tuchel: "Unabhängig vom Ergebnis im Spiel um Platz drei wird er als Gewinner dieses Turniers wahrgenommen. Die positive Entwicklung wird wahrgenommen. Ich gehe nicht davon aus, dass er groß angegriffen wird, sportlich, sondern es wird jetzt Enttäuschung und Kritik hageln. Aber wenn man das gesamte Bild anschaut, dann kann man nicht anders, als Tuchels Arbeit bei England positiv zu bewerten."

Iker Casillas (Ex-Nationaltorwart Spanien) bei X: "England schießt ein Tor und zieht sich zurück - ein feiger Ansatz. Sie haben ihren eigenen Strafraum nicht verlassen und Argentinien mehr Raum für Vorstöße gelassen. Es folgte die logische Konsequenz. England hat das Spiel mit dieser Spielweise ganz allein aus der Hand gegeben."

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