Skandal-Pläne gescheitert

Auch Pröll gegen Infantino: "Viel Vertrauen verloren"

Die Pläne von FIFA-Präsident Gianni Infantino sind vom Tisch. Nun meldete sich ÖFB-Boss Josef Pröll zu Wort, forderte ebenso Aufklärung.
Sport Heute
01.08.2026, 22:41
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Am Dienstag platzte die Bombe. Mehrere Medien hatten übereinstimmend berichtet, dass der Fußball-Weltverband FIFA plant, eine eigene Firma namens FIFA Forward Enterprise (FFE) zu gründen. Mittels dieser hätten sich Investoren im Rahmen von 20 Prozent an den Fußball-WMs von Männern und Frauen, sowie an der Klub-WM beteiligen können. Mit Joshua Kushner, dem Bruder von Donald Trumps Schwiegersohn Jared Kushner, hatte FIFA-Präsident Infantino schnell einen Investor bei der Hand, die Verbände sollten schließlich bis zum 19. September über die Pläne abstimmen. Eine einfache Mehrheit von 106 der 211 FIFA-Mitglieder hätte gereicht.

Doch die gab es nicht, ganz im Gegenteil. Denn schnell regte sich deutlicher Widerstand gegen die Pläne. Europas Fußballverband UEFA reagierte scharf und drohte sogar mit einem Boykott von FIFA-Turnieren. Auch Asiens Verband AFC und die Konföderation aus Nord- und Mittelamerika und der Karibik (CONCACAF) lehnten die Pläne ab. Infantino hatte damit keine Mehrheit mehr. Anfangs ging er noch auf die Medien los, um wenig später, nachdem auch heftige Kritik von innerhalb der FIFA aufgekommen war, diesen Plan fallen zu lassen. Das Investoren-Modell ist gestorben.

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Derweil droht nun auch FIFA-Boss Infantino Ungemach. Galt seine Wiederwahl als Präsident des Fußball-Weltverbands beim FIFA-Kongress 2027 eigentlich als ausgemachte Sache, so könnte der so krachend gescheiterte Investoren-Plan auch Infantino selbst mit in den Abgrund reißen.

Pröll meldet sich

Am Scheitern des Infantino-Plans waren auch der ÖFB und sein Aufsichtsratsvorsitzender Josef Pröll beteiligt. Denn UEFA-Boss Aleksander Ceferin hatte alle europäischen Verbände hinter sich versammelt. "Es war ein erster richtiger Schritt, dieses Thema vom Tisch zu nehmen. Die Pläne haben den Fußball weltweit in seinen Grundfesten erschüttert und viel Vertrauen ist verloren gegangen", meinte Pröll nun in einer schriftlichen Stellungnahme.

"Es sind viele Fragen offen. Dem Fußball steht eine intensive Zeit mit grundlegenden Diskussionen bevor. Wir sind bereit, diese besonnen und im engen Dialog mit den Verbänden und der UEFA an der Spitze zu führen, um gemeinsam die richtigen Weichen für eine nachhaltige und vertrauensvolle Zukunft des Fußballs zu stellen, in der der Sport im Zentrum steht. Das ist unsere gemeinsame Verantwortung", so Pröll weiter. Der 57-Jährige erklärte damit auch, dass die Angelegenheit mit der Infantino-Kehrtwende noch lange nicht abgeschlossen sei, aufgearbeitet werden müsse.

Gerüchten zufolge bastelt die UEFA bereits an einer Gegenkandidatur zu Infantino. Die Nennfrist dafür ist der 18. November.

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