Auch wenn ich nicht sollte: Ich fahre in den Balkan!

Ich habe für mich beschlossen, dass ich mir meinen Urlaub nicht nehmen lasse.
Ich habe für mich beschlossen, dass ich mir meinen Urlaub nicht nehmen lasse.picturedesk/heute.at
Die aktuelle Urlaubs-Situation ist ziemlich unsicher. Trotzdem habe ich für mich beschlossen, dass ich im Sommer in die Heimat fahren werde.
  • David Slomo
von
David Slomo

Soll ich? Soll ich nicht? Ich habe ehrlich gesagt schon ein wenig überlegt. Nicht lange, aber ein bisschen eben. Ich habe meinen Urlaub mit meiner Freundin in Kroatien bereits Anfang des Jahres gebucht. Und zwar aus einem guten Grund: Wir wollten einen kleinen Roadtrip durch meine Heimat machen. Ich bin aber keiner, der es auf den Zufall ankommen lässt und habe deshalb nach gewissen Abschnitten die Bleiben gebucht, damit auch ja nichts passieren kann. So zumindest war der Plan.

Das Virus hat uns dann doch einen ordentlichen Strich durch die Rechnung gemacht. Und zwar muss man wissen, wir wollten meinen Trip auch auf Bosnien ausweiten. Meine Familie hat dort ein nettes Haus stehen. Die bereits bekannte Geister-Villa vom Balkan. (HIER könnt ihr die komplette Geschichte dazu lesen.) Zudem wollte meine Freundin endlich Sarajevo sehen. Sie hat schon viel von der orientalisch angehauchten Stadt gehört. Aber sie hat es noch nie geschafft, sie zu besuchen. Diesen Sommer wäre es soweit gewesen.

Soll ich? Soll ich nicht? 

Nach dem Lockdown dachte ich: "Na gut, das war es also mit unserem Kroatien-Roadtrip." Meine Freundin hat dann gemeint, sie vertraut mir in der Sache. Ich soll tun, was ich für richtig halte. Oftmals eine Falle, wenn diese Worte von der besseren Hälfte kommen. Jedenfalls war ich tatsächlich kurz davor, alle Buchungen zu stornieren. Wirklich sehr kurz davor. Aber ich habe mich dann anders entschieden. Ich habe gewartet. Ich wollte schauen, wie sich die Situation entwickelt. Ich war der Annahme: "Das kann ja nicht ewig dauern. Irgendwann müssen die Grenzen ja wieder öffnen."

Ich sollte zwar Recht behalten. Aber mit den offenen Grenzen war es nicht getan. Denn erstens: Nach Bosnien konnte man immer noch nicht. Und zweitens: Nach Kroatien sollte man lieber nicht. 

Egoistisch? Vielleicht. Dafür aber sicher.

Und was machte ich? Ich ging auf Google Maps und schaute, wie ich die Route in Kroatien verlängern kann. Die Sache mit Bosnien müssen wir eben verschieben. Aber den Urlaub am Meer wollte ich mir tatsächlich nicht nehmen lassen. Immerhin habe ich doch eine emotionale Bindung zu dem Land. Versteht mich nicht falsch: Ich wäre nirgends lieber als in Österreich. Aber hin und wieder zieht es einen eben zu den Wurzeln zurück. Ich war jetzt einige Jahre nicht mehr "unten", wie wir Jugos gerne sagen. 2020 wollte ich wieder ein Comeback feiern. Nein: Ich WERDE ein Comeback feiern!

Über diesen Blog

Hallo und herzlich willkommen zu "Hajde", dem Balkan-Blog auf "Heute.at"! Unser Blogger ist zwischen Sarma und Wiener Schnitzeln aufgewachsen. Wie das so ist? Er verrät's euch in seinen Kolumnen. Übrigens: "Hajde" bedeutet auf Deutsch so viel wie "Los geht's!"

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Mag vielleicht ein wenig egoistisch sein. Möglich. Andererseits habe ich von Urlaubern, die sich gerade an der Adria befinden gehört, dass die Strände teilweise menschenleer sind. Am Abend spazieren nur eine Handvoll Touristen die Promenade entlang. Bedeutet doch eigentlich: An der kroatischen Küste bin ich wahrscheinlich sicherer unterwegs als in jedem Supermarkt in Wien. 

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