Die Tragödie in der sogenannten "Wüste des Todes" ("Dasht-e Margo") im Südwesten Afghanistans fordert immer mehr Opfer. Bereits in der Vorwoche waren fünf Tote entdeckt worden, nun wurden insgesamt 19 Leichen gefunden.
Wie der afghanische Fernsehsender Tolonews berichtet, stammten alle Opfer aus der nordwestafghanischen Provinz Badghis. Demnach waren sie auf der Suche nach Arbeit unterwegs.
Die Route durch die schwer passierbare Wüstenregion gilt als gefährlich und wird häufig von Schleppern genutzt, um Menschen in Richtung Iran zu bringen. Viele Afghanen arbeiten im Nachbarland oder setzen ihre Flucht von dort aus weiter nach Europa fort.
Knapp fünf Jahre nach der Machtübernahme der islamistischen Taliban befindet sich Afghanistan weiterhin in einer schweren humanitären Krise. Experten berichten von akutem Hunger in weiten Teilen des Landes und einem massiven Mangel an Arbeitsplätzen. Gleichzeitig verschärfen durch den Klimawandel verstärkte Extremwetterereignisse die Lage: Jahrelange Dürren und heftige Starkregen führen immer wieder zu Todesopfern.